Europas E-Auto-Gefälle

· Fahrzeugteam
Elektroautos gehören zunehmend zum vertrauten Bild auf Europas Straßen.
Während einige Länder ihre Benzin- und Dieselautos bereits in hohem Tempo ersetzen, verläuft der Umstieg auf batteriebetriebene Fahrzeuge in anderen Staaten deutlich langsamer.
Zahlen von Eurostat und dem Europäischen Automobilherstellerverband zeigen, dass 2025 in der Europäischen Union fast 1,9 Millionen neue reine Elektroautos zugelassen wurden. Sie machten 17,3 Prozent aller Neuzulassungen von Pkw aus. Zehn Jahre zuvor hatte ihr Anteil noch bei lediglich 0,4 Prozent gelegen.
Hinter der wachsenden Beliebtheit von Elektroautos verbergen sich allerdings erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern.
Norwegen führt die Elektromobilität an
Norwegen hat seinen Automobilmarkt in außergewöhnlichem Maße verändert. Im Jahr 2025 waren mehr als 95 Prozent aller neu zugelassenen Pkw reine Elektroautos. Damit lag das Land weit vor seinen europäischen Nachbarn.
Dänemark folgte mit einem Anteil von 67,8 Prozent, während Island 41,2 Prozent erreichte. Auch Malta, Finnland und Schweden verzeichneten Anteile von mehr als 36 Prozent.
Diese Zahlen verdeutlichen, dass Elektroautos insbesondere in Nordeuropa stark verbreitet sind. In anderen Teilen Europas schreitet der Wandel jedoch wesentlich langsamer voran.
Deutschland verzeichnet die meisten Verkäufe
Betrachtet man nicht den Marktanteil, sondern die absolute Zahl der zugelassenen Fahrzeuge, ist Deutschland Europas größter Markt für Elektroautos.
Im Jahr 2025 wurden dort rund 545.000 batterieelektrische Pkw neu zugelassen. Es folgten das Vereinigte Königreich mit 473.000 und Frankreich mit 331.000 Fahrzeugen.
Die Türkei verzeichnete 187.000 Neuzulassungen, Norwegen kam auf 173.000.
Unter den fünf größten europäischen Volkswirtschaften hatte Großbritannien mit 23,4 Prozent den höchsten Anteil an Elektroautos bei den Neuzulassungen. Frankreich folgte mit 19,6 Prozent und lag damit knapp vor Deutschland mit 19,1 Prozent.
Südeuropa bleibt zurück
In den Mittelmeerländern zeigt sich ein anderes Bild.
Im Jahr 2025 machten reine Elektroautos in Spanien lediglich 8,7 Prozent und in Italien nur 6,1 Prozent der Neuzulassungen aus.
Italien verzeichnete rund 95.000 neue batterieelektrische Pkw. Das waren deutlich weniger als in Deutschland, obwohl Italien zu den größten Volkswirtschaften Europas gehört.
Auch in mehreren Balkanstaaten blieb die Verbreitung gering. Kroatien, Montenegro, Serbien sowie Bosnien und Herzegowina meldeten jeweils Elektroautoanteile von weniger als zwei Prozent.
Diese Unterschiede zeigen, wie ungleichmäßig der Übergang zu batteriebetriebener Mobilität in Europa verläuft.
Die meisten Autos fahren weiterhin mit herkömmlichen Motoren
Trotz des deutlichen Anstiegs der Neuzulassungen machen reine Elektroautos auf Europas Straßen insgesamt noch einen vergleichsweise kleinen Anteil aus.
Ende 2025 lag ihr Anteil am gesamten Pkw-Bestand der EU bei lediglich 2,9 Prozent.
Norwegen stach erneut hervor: dort waren bereits 32 Prozent aller zugelassenen Pkw elektrisch. Dänemark folgte mit 17,9 Prozent. Luxemburg und Schweden erreichten 8,7 beziehungsweise 8,6 Prozent.
In Deutschland lag der Anteil bei 4,1 Prozent, in Frankreich bei 3,9 Prozent. Spanien und Italien kamen dagegen nur auf 1,1 beziehungsweise 0,9 Prozent.
Der Unterschied zwischen Neuzulassungen und dem bestehenden Fahrzeugbestand ist wichtig, denn der Austausch des gesamten Pkw-Bestands eines Landes dauert viele Jahre.
Was treibt den Wandel voran?
Wie schnell Elektroautos Verbreitung finden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Anschaffungskosten, die Verfügbarkeit von Ladestationen und die laufenden Betriebskosten.
Auch staatliche Förderprogramme können Kaufentscheidungen beeinflussen. Gleichzeitig entscheidet das Angebot erschwinglicher Modelle darüber, ob Elektroautos nicht nur für wohlhabendere Haushalte attraktiv sind.
Besonders wichtig ist der Zugang zu Lademöglichkeiten für Menschen, die in Mehrfamilienhäusern ohne eigene Stellplätze wohnen oder regelmäßig lange Strecken zurücklegen.
Obwohl immer mehr Elektromodelle auf den Markt kommen, bestimmen Unterschiede bei der Ladeinfrastruktur und der Bezahlbarkeit weiterhin die Nachfrage in den einzelnen Ländern.
Wie geht es für Europa weiter?
Der europäische Elektroautomarkt ist in den vergangenen Jahren erheblich gewachsen. Dennoch verläuft der Übergang zur Elektromobilität in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich schnell.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass erschwinglichere Fahrzeuge und ein besserer Zugang zu Ladestationen entscheidend bleiben werden, wenn batteriebetriebene Autos nach und nach ältere Fahrzeuge ersetzen sollen.