Norwegen entdecken
Leon
Leon
| 03-11-2026
Reiseteam · Reiseteam
Norwegen begeistert mit spektakulären Fjorden, dichten Wäldern und beeindruckenden Berglandschaften. Doch wie bewegt man sich am besten durch das weitläufige skandinavische Land?
Ob mit dem Zug, Bus, Schiff oder Mietwagen – Reisenden stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung. Das öffentliche Verkehrsnetz ist gut ausgebaut, zuverlässig und komfortabel.
Allerdings können die Entfernungen groß und manche Strecken zeitaufwendig sein. Wer seine Reise im Voraus plant, kann Norwegen auch ohne eigenes Auto bequem erkunden.

Mit Fähren und Booten die schönsten Landschaften entdecken

Eine besonders eindrucksvolle Möglichkeit, Norwegen zu erkunden, ist die Fahrt mit dem Schiff. Fähren verbinden zahlreiche Orte entlang der Küste und überqueren die berühmten Fjorde. Dabei können sowohl Autos als auch Fußgänger und Radfahrer mitgenommen werden. Die Bezahlung erfolgt in der Regel direkt an Bord.
Besonders im Sommer gibt es viele Verbindungen, allerdings muss man während der Hauptreisezeit teilweise mit längeren Wartezeiten rechnen.
Eine weitere bekannte Möglichkeit ist die Küstenroute der Hurtigruten. Die Schiffe legen an insgesamt 34 Häfen zwischen Bergen und Kirkenes an und bieten Reisenden die Gelegenheit, Norwegens abwechslungsreiche Küstenlandschaft aus nächster Nähe zu erleben. Neben umfangreichen Kreuzfahrtpaketen lassen sich auch einzelne Streckenabschnitte buchen.
Dafür sollte man auf der Website nach der Option „Port to Port“ suchen. Wichtig ist jedoch, dass einige Orte, darunter Geiranger, während der Nebensaison nicht angefahren werden.
Wer mit dem Expressboot unterwegs ist, sollte außerdem bedenken, dass manche Überfahrten recht unruhig sein können. Besonders auf Strecken wie Bodø–Svolvær kann das Meer rau werden. Menschen, die zu Reiseübelkeit neigen, sollten deshalb entsprechende Medikamente einpacken oder gegebenenfalls eine Flugverbindung wählen.
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Mit dem Zug durch Norwegen reisen

Norwegens Eisenbahnnetz verbindet die wichtigsten Städte und gehört zu den schönsten Möglichkeiten, das Land zu entdecken. Die Züge des staatlichen Bahnunternehmens Vy, das früher unter dem Namen NSB bekannt war, verbinden unter anderem Oslo, Bergen, Trondheim und Bodø.
Die Zugreisen gelten als zuverlässig und komfortabel. Die Waggons bieten ausreichend Platz für Gepäck und genügend Bewegungsfreiheit. Auf längeren Strecken stehen außerdem Nachtzüge zur Verfügung.
Sie sind eine praktische Alternative zum Flugzeug und ermöglichen es, die Reisezeit sinnvoll zu nutzen. Die Schlafabteile sind zwar eher kompakt, bieten aber eine angenehme Möglichkeit, längere Entfernungen zurückzulegen.
Ein möglicher Nachteil sind die vergleichsweise hohen Ticketpreise. Fahrkarten werden in der Regel bis zu 90 Tage vor der Abfahrt angeboten. Wer frühzeitig bucht, hat häufig bessere Chancen auf günstigere Tarife. Tickets gibt es über die Website oder App von Vy sowie an mehrsprachigen Automaten in den Bahnhöfen. Auch der Kauf direkt im Zug ist mit Kredit- oder Debitkarte möglich.
Früher wurden besonders günstige Frühbuchertickets häufig als „Minipris“ bezeichnet. Dabei handelt es sich allerdings um einen älteren Begriff des früheren Bahnunternehmens NSB, der bei der heutigen Buchung über Vy nicht mehr als eigene Tarifoption auftaucht.

Mit dem Bus auch abgelegene Orte erreichen

Busse sind häufig die beste Wahl, wenn die Reise in kleinere Ortschaften oder ländliche Regionen führt. Sie sind meist günstiger als Zugfahrten und ergänzen das öffentliche Verkehrsnetz dort, wo keine Bahnverbindungen vorhanden sind.
Das Busnetz ist gut organisiert, allerdings gibt es an Wochenenden und außerhalb der Hauptreisezeit von Juni bis August deutlich weniger Verbindungen. Auf längeren Strecken verkehren sowohl staatliche Anbieter wie Vy als auch private Unternehmen, darunter Nor-Way Bussekspress und Lavprisekspressen.
Wer seine Fahrt im Voraus plant, kann sich durch eine frühzeitige Buchung einen Sitzplatz sichern. Auf vielen Strecken ist es aber auch möglich, spontan einzusteigen und direkt im Bus zu bezahlen.
Bei einigen Verbindungen gehören Fährüberfahrten zur Strecke. Auf längeren Busreisen fährt der Reisebus häufig direkt auf die Fähre und setzt seine Fahrt anschließend fort.
Bei regionalen Verbindungen kann es dagegen notwendig sein, als Fußgänger an Bord zu gehen und nach der Überfahrt in einen anderen Bus umzusteigen. Die Fahrpläne sind normalerweise aufeinander abgestimmt, sodass die Busse auf ankommende Fährpassagiere warten.

Ein Mietwagen bietet mehr Freiheit

Wer besonders abgelegene Regionen besuchen möchte, profitiert von der Flexibilität eines eigenen Autos. Ein Mietwagen ermöglicht spontane Zwischenstopps und erleichtert den Zugang zu Orten, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer erreichbar sind.
Allerdings sollte man die Besonderheiten des norwegischen Straßennetzes nicht unterschätzen. Viele Strecken führen durch bergige Landschaften und über Fjorde, sodass Fähren häufig ein fester Bestandteil der Fahrt sind. Selbst relativ kurze Entfernungen können dadurch deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen als erwartet.
Auch die Jahreszeit spielt eine wichtige Rolle. Im Winter können Eis und Schnee das Autofahren anspruchsvoll machen, insbesondere für Menschen, die mit solchen Bedingungen wenig Erfahrung haben. Kleinere Straßen können bei schlechtem Wetter sogar vollständig gesperrt werden.
Hinzu kommen die hohen Kosten. Mietwagen sind in Norwegen vergleichsweise teuer, wobei längere Mietzeiträume häufig günstigere Tagespreise ermöglichen. Fahrer unter 25 Jahren müssen bei manchen Anbietern außerdem mit zusätzlichen Gebühren rechnen. Auch die Kraftstoffpreise, Mautgebühren und Kosten für Fährüberfahrten sollten im Reisebudget berücksichtigt werden.
Für kurze Aufenthalte benötigen Reisende in der Regel keinen internationalen Führerschein. Dennoch empfiehlt es sich, vor der Abreise die aktuellen Bestimmungen der norwegischen Straßenverkehrsbehörde zu prüfen.

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Inlandsflüge sparen wertvolle Reisezeit

Wenn die Zeit knapp ist, können Inlandsflüge die praktischste Lösung sein. Besonders bei großen Entfernungen oder Reisen zwischen Städten, die weit voneinander entfernt liegen, ist das Flugzeug häufig die schnellste Möglichkeit.
Interessanterweise können Flugtickets auf bestimmten Strecken sogar günstiger sein als Zugfahrkarten. Allerdings sollte man bei der Entscheidung auch die Umweltbelastung berücksichtigen.
Zu den wichtigsten Fluggesellschaften gehören Norwegian und SAS, die zahlreiche größere Städte miteinander verbinden. Für kleinere Flughäfen und abgelegenere Regionen ist vor allem Widerøe eine wichtige Anbieterin.

Öffentliche Verkehrsmittel in norwegischen Städten

Auch innerhalb der größeren Städte ist die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel unkompliziert. Die Organisation liegt bei den jeweiligen Kommunen, die eigene Websites und Apps für Fahrpläne und Tickets anbieten. Die Systeme unterscheiden sich zwar teilweise, sind aber insgesamt leicht verständlich.
In Oslo werden die Verkehrsmittel beispielsweise über Ruter verwaltet, während in Bergen Skyss und in Trondheim AtB für den öffentlichen Nahverkehr zuständig sind.

So funktioniert der Nahverkehr in Oslo

Oslo verfügt über ein gut ausgebautes Verkehrsnetz, das von Ruter koordiniert wird. Dazu gehören U-Bahnen, Busse, Straßenbahnen und Fähren. Die meisten wichtigen Sehenswürdigkeiten befinden sich in den Zonen 1 und 2.
Mit der Ruter-App lassen sich Verbindungen planen und Fahrkarten kaufen. Alternativ stehen an vielen Stationen und Haltestellen Selbstbedienungsautomaten zur Verfügung. Die Tickets gelten für alle Verkehrsmittel innerhalb des entsprechenden Ruter-Netzes.
Das U-Bahn-System, in Norwegen als T-bane bekannt, umfasst fünf farblich gekennzeichnete Linien. Alle halten an den zentralen Stationen Nationaltheatret und Jernbanetorget, die sich in der Nähe des Hauptbahnhofs Oslo S befinden.
Darüber hinaus verkehren sechs Straßenbahnlinien durch die Stadt. Auch Busse ergänzen das Angebot und verbinden zahlreiche weitere Stadtteile, darunter das Museumsgebiet Bygdøy.
Wer mehrere Tage in Oslo verbringt und verschiedene Sehenswürdigkeiten besuchen möchte, kann außerdem den Oslo Pass in Betracht ziehen. Er bietet freien Eintritt zu zahlreichen Museen und beinhaltet die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in den Zonen 1 und 2. Er ist für 24, 48 oder 72 Stunden erhältlich.
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Barrierefrei durch Norwegen reisen

Norwegen bietet insgesamt gute Voraussetzungen für Reisende mit eingeschränkter Mobilität, auch wenn nicht alle Verkehrsmittel vollständig barrierefrei sind.
Wer auf Unterstützung angewiesen ist und längere Strecken mit dem Zug, Bus oder Schiff zurücklegen möchte, sollte seinen Bedarf möglichst frühzeitig anmelden. Bei einigen Anbietern muss die entsprechende Hilfe mindestens 24 Stunden vor Reisebeginn reserviert werden.
Stadtbusse sind fast immer für Rollstuhlfahrer zugänglich. Neuere Fernbusse verfügen häufig über spezielle Hebevorrichtungen. Auch die U-Bahn-Stationen in Oslo sind in der Regel mit Aufzügen oder Rampen ausgestattet. Allerdings kann zwischen Bahnsteig und Zug ein Abstand bestehen, der zusätzliche Unterstützung erforderlich macht. In Bergen sind sämtliche Straßenbahnen rollstuhlgerecht.
In Oslo gilt das dagegen nicht für alle Linien: Die Straßenbahnlinien 11, 12 und 19 sind nicht vollständig barrierefrei.
In größeren Städten erleichtern digitale Anzeigetafeln an U-Bahn-, Straßenbahn- und Bushaltestellen die Orientierung. Auch in den Fahrzeugen werden die nächsten Haltestellen angesagt. Assistenzhunde sind im öffentlichen Verkehr grundsätzlich willkommen.
Wer Norwegen entspannt erkunden möchte, sollte die verschiedenen Verkehrsmittel entsprechend seiner Route, seines Zeitplans und seines Budgets kombinieren. Gerade Zug- und Schiffsreisen machen den Weg durch die beeindruckende Landschaft zu einem besonderen Teil des Urlaubserlebnisses.
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