E-Autos im Aufwind
Lars
Lars
| 02-11-2026
Fahrzeugteam · Fahrzeugteam
Die hohen Kraftstoffpreise und staatliche Förderprogramme verändern den deutschen Automarkt.
Immer mehr Menschen entscheiden sich für Elektroautos, während die Neuzulassungen von Benzinern und Dieselfahrzeugen deutlich zurückgehen.
Im September 2026 war bereits mehr als jedes dritte neu zugelassene Auto vollelektrisch.

Elektroautos gewinnen deutlich an Bedeutung

Nach aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wurden im September in Deutschland 88.599 neue Elektroautos zugelassen. Das entspricht einem Anteil von 34,5 Prozent an allen Neuzulassungen. Noch stärker waren lediglich Fahrzeuge mit Hybridantrieb vertreten, die auf einen Marktanteil von 38,5 Prozent kamen.
Neben den gestiegenen Benzin- und Dieselpreisen dürfte auch die staatliche Elektroauto-Förderung zur wachsenden Nachfrage beitragen.
Das seit Mai laufende Programm wurde bereits von vielen Menschen genutzt. Nach Angaben der Bundesregierung haben inzwischen 100.000 Antragsteller die Förderung erhalten.
Umweltminister Carsten Schneider erklärte, das Programm habe die Erwartungen übertroffen und bereits zahlreiche Haushalte dabei unterstützt, sich vor den hohen Kraftstoffkosten zu schützen.
E-Autos im Aufwind

Benziner und Diesel verlieren Käufer

Während Elektro- und Hybridfahrzeuge zulegen, geraten Autos mit herkömmlichem Verbrennungsmotor zunehmend unter Druck.
Die Zahl der neu zugelassenen Benziner sank im Vergleich zum September des Vorjahres um fast 30 Prozent auf 44.632 Fahrzeuge. Ihr Anteil am Gesamtmarkt lag damit nur noch bei 17,4 Prozent.
Auch Dieselmodelle verzeichneten einen deutlichen Rückgang. Ihre Neuzulassungen gingen um mehr als 20 Prozent auf 23.058 Fahrzeuge zurück. Das entsprach einem Marktanteil von lediglich neun Prozent.
Ein wichtiger Grund für diese Entwicklung dürften die hohen Tankkosten sein. Der September 2026 war laut ADAC der bislang teuerste Monat zum Tanken. Super E10 erreichte am 3. September mit 2,22 Euro pro Liter einen neuen Tageshöchststand.
Diesel kostete am 17. September zeitweise 2,47 Euro pro Liter.
Seit dem 1. Oktober soll ein sogenannter Tankrabatt die Autofahrer entlasten. Für Benzin und Diesel, die Tanklager und Raffinerien verlassen, wurde die Steuerbelastung um 16,7 Cent je Liter gesenkt. Allerdings sind Tankstellen nicht verpflichtet, diese Ersparnis vollständig an ihre Kunden weiterzugeben.

Deutsche Automobilhersteller unter Druck

Die Entwicklung bei den Neuzulassungen fällt für die deutschen Automobilhersteller unterschiedlich aus. Besonders stark legte Smart zu: die Marke verzeichnete im September ein Plus von 138 Prozent.
Auch Mercedes und Audi konnten ihre Zulassungszahlen steigern. Mercedes erreichte ein Wachstum von 6,2 Prozent, Audi kam auf 4,0 Prozent.
Bei anderen großen Herstellern sah die Lage weniger positiv aus. Porsche musste einen Rückgang von 18,8 Prozent hinnehmen, Volkswagen verlor 6,1 Prozent und BMW verzeichnete ein Minus von 2,4 Prozent. Damit lagen ihre Neuzulassungen unter dem Niveau des Vorjahresmonats.
Die angespannte Lage spiegelt sich auch in den Einschätzungen der Unternehmen wider. Das Geschäftsklima in der deutschen Automobilindustrie verschlechterte sich im September deutlich. Das entsprechende Barometer des Münchner ifo-Instituts fiel auf minus 35 Punkte. Die Unternehmen bewerteten ihre Geschäftslage damit so schlecht wie noch nie im laufenden Jahr.
Zusätzlich gingen die Exporterwartungen zurück. Auch die Einschätzungen zum Auftragsbestand fielen schlechter aus als im Vormonat.

Ausländische Marken gewinnen Marktanteile

Neben der schwächeren Entwicklung deutscher Hersteller wächst der Wettbewerbsdruck durch ausländische Marken, insbesondere aus China.
Eine Analyse der Allianz zeigt, dass europäische Automobilhersteller ihren bisherigen Vorteil bei den Reparaturkosten zunehmend verlieren. Dadurch schrumpft auch ihr Vorsprung bei der Einstufung in günstigere Typklassen der Kfz-Versicherung.
Während europäische Hersteller 2024 noch durchschnittlich drei Typklassen besser eingestuft waren als chinesische Wettbewerber, betrug der Unterschied 2026 nur noch eine Klasse.
Die wachsende Beliebtheit chinesischer Fahrzeuge zeigt sich auch in den Zulassungszahlen. BYD erreichte im September einen Zuwachs von 85,6 Prozent. Noch stärker entwickelte sich Tesla: Die Marke verzeichnete ein Plus von 268,7 Prozent und gehörte zu den erfolgreichsten ausländischen Herstellern auf dem deutschen Markt.

Deutscher Automarkt wächst insgesamt

Trotz der Schwierigkeiten einzelner Hersteller entwickelte sich der Gesamtmarkt im September positiv. Insgesamt wurden 256.774 neue Pkw zugelassen. Das waren neun Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.
Besonders deutlich nahm die private Nachfrage zu. Die Zahl der Neuzulassungen für private Nutzung stieg um 28,5 Prozent. Bei gewerblichen Zulassungen zeigte sich dagegen ein leichter Rückgang von 1,2 Prozent.
E-Autos im Aufwind
Die Zahlen verdeutlichen, wie stark sich der deutsche Automarkt verändert. Hohe Kraftstoffpreise, staatliche Fördermaßnahmen und der zunehmende Wettbewerb beeinflussen die Kaufentscheidungen. Während Elektroautos immer mehr Käufer finden, stehen traditionelle Antriebe und etablierte Hersteller vor wachsenden Herausforderungen.
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