Europas Straßen

· Fahrzeugteam
Autofahrten durch Europa bieten die Freiheit, malerische Dörfer, beeindruckende Küstenlandschaften und historische Städte zu entdecken.
Doch die Verkehrssicherheit unterscheidet sich von Land zu Land erheblich. Einige beliebte Reiseziele verzeichnen deutlich mehr Verkehrstote als andere.
Eine 2026 veröffentlichte Studie auf Grundlage der Verkehrsunfallzahlen aus dem Jahr 2025 zeigt, dass Serbien, Bulgarien und Rumänien unter den untersuchten Ländern die höchsten Verkehrstotenraten aufweisen.
Norwegen und Schweden hingegen verzeichneten deutlich niedrigere Zahlen. Das verdeutlicht, wie stark sich die Verkehrssicherheit innerhalb Europas unterscheidet.
Wo sind Europas gefährlichste Straßen?
Mit 74 Verkehrstoten pro eine Million Einwohner verzeichnete Serbien die höchste Rate der Studie – und das bereits zum zweiten Mal in Folge. Damit lag das Land rund 72 % über dem Durchschnitt der Europäischen Union. Im Vergleich zum Vorjahr war jedoch eine leichte Verbesserung zu erkennen.
Auf Serbien folgten Bulgarien mit 71 und Rumänien mit 68 Verkehrstoten pro eine Million Einwohner. Auch Kroatien lag mit 67 Todesfällen pro Million Einwohner weit vorne. Lettland belegte mit 63 den nächsten Platz.
Diese Zahlen setzen die Zahl der Verkehrstoten ins Verhältnis zur Einwohnerzahl und berücksichtigen nicht, wie viele Kilometer Autofahrer tatsächlich zurücklegen. Sie erlauben daher keine direkten Rückschlüsse darauf, wie gefährlich eine bestimmte Strecke ist.
Auch beliebte Urlaubsziele sind betroffen
Unter den Ländern mit vergleichsweise hohen Unfallzahlen finden sich auch einige beliebte Urlaubsziele. Portugal verzeichnete 55 Verkehrstote pro eine Million Einwohner, Griechenland kam auf 50. Italien und Frankreich lagen mit jeweils 49 ebenfalls unter den zehn Ländern mit den höchsten Werten.
Diese Ergebnisse könnten Reisende überraschen, die solche Länder mit einer gut ausgebauten Verkehrsinfrastruktur und beliebten Autorouten verbinden. Allerdings bedeutet eine hohe nationale Unfallrate nicht, dass jede Autobahn, Stadtstraße oder Landstraße gleichermaßen gefährlich ist.
Skandinavien schneidet deutlich besser ab
Norwegen und Schweden teilten sich mit jeweils 19 Verkehrstoten pro eine Million Einwohner den niedrigsten Wert der Untersuchung. Damit lagen beide Länder deutlich unter dem Niveau Serbiens.
Dieser Unterschied unterstreicht, wie wichtig langfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit sind. Die Studie liefert allerdings keine eindeutige Erklärung dafür, warum einzelne Länder besser abschneiden als andere.
Faktoren wie die Qualität der Straßeninfrastruktur, Geschwindigkeitskontrollen, Fahrzeugstandards und das Verhalten der Verkehrsteilnehmer können die Unfallzahlen beeinflussen. Auch Vergleiche auf Grundlage der Einwohnerzahl sollten mit Vorsicht betrachtet werden, da sich Verkehrsaufkommen und Reisegewohnheiten von Land zu Land unterscheiden.
Welche Länder machen Fortschritte?
Litauen erzielte zwischen 2015 und 2025 die größte Verbesserung: die Zahl der Verkehrstoten sank dort um 43 %. Lettland folgte mit einem Rückgang von 37 %, Bulgarien erreichte eine Verringerung um 36 %. In Griechenland gingen die Todesfälle um 35 % zurück, während Ungarn eine Verbesserung von 30 % verzeichnete.
Diese Ergebnisse zeigen, dass selbst Länder mit vergleichsweise hohen Verkehrstotenraten deutliche Fortschritte erzielen können. In anderen Staaten verlief die Entwicklung hingegen deutlich langsamer.
Portugal verzeichnete im selben Zehnjahreszeitraum lediglich einen Rückgang von 1 %, Frankreich kam auf eine Verringerung von 6 %.
Wie können Reisende sicher unterwegs sein?
Wer eine Autofahrt ins Ausland plant, sollte sich vorab mit den örtlichen Geschwindigkeitsbegrenzungen, Verkehrsregeln und Straßenschildern vertraut machen. Ebenso wichtig ist es, das Fahrzeug vor der Abfahrt gründlich zu überprüfen.
Bei längeren Fahrten sollten regelmäßig Pausen eingelegt werden – insbesondere auf unbekannten Strecken durch Gebirgsregionen oder ländliche Gebiete. Außerdem empfiehlt es sich, die Wettervorhersage im Blick zu behalten und anspruchsvolle Strecken nicht unter Zeitdruck zurückzulegen.
Was zeigen die Ergebnisse?
Die Studie macht deutlich, dass sich die Verkehrssicherheit in Europa längst nicht überall gleich schnell verbessert. Während einige Länder die Zahl der Verkehrstoten eindrucksvoll senken konnten, verzeichnen andere weiterhin vergleichsweise hohe Todesraten.
Für Reisende sind die Ergebnisse eine wichtige Erinnerung daran, dass eine gute Vorbereitung und verantwortungsbewusstes Fahren überall entscheidend sind. Wer sich vorab über die örtlichen Gegebenheiten informiert, kann dazu beitragen, dass der nächste Roadtrip durch Europa nicht nur unvergesslich, sondern auch sicherer wird.