Europas Robotaxi-Zukunft
Andre
Andre
| 29-10-2026
Fahrzeugteam · Fahrzeugteam
Europa tritt in eine neue Phase der Entwicklung autonomer Mobilität ein.
Von Madrid und München bis Zürich und Zagreb bereiten sich mehrere Städte darauf vor, Fahrzeuge einzusetzen, die mit wenig oder ganz ohne menschliches Eingreifen unterwegs sein können.
Neue behördliche Genehmigungen und Pilotprojekte zeigen, dass sich die Technologie zunehmend aus experimentellen Testumgebungen auf öffentliche Straßen verlagert.
Auch wenn vollständig autonomes Fahren noch nicht flächendeckend verfügbar ist, deuten die Entwicklungen im Jahr 2026 auf ein wachsendes Vertrauen in das Potenzial dieser Technologie hin. Sie könnte die Mobilität, die Logistik und die Verkehrssicherheit nachhaltig verändern.

Madrid bereitet autonome Taxis vor

Spanien gehört zu den europäischen Ländern, die ihre Tests mit fahrerlosen Personenbeförderungsdiensten ausweiten. Die Behörden in der Region Madrid haben Uber, WeRide und AVOMO die Genehmigung erteilt, Routen für autonome Fahrzeuge zu kartieren und zu testen. Erste Fahrten mit Passagieren werden bis Ende 2026 erwartet, sofern die Tests erfolgreich verlaufen und alle betrieblichen Anforderungen erfüllt werden.
AVOMO gehört zur spanischen Moove Cars Group und entwickelt autonome Mobilitätsdienste für Europa und die USA.
Die Initiative in Madrid könnte Einwohnern und Besuchern künftig eine zusätzliche Transportmöglichkeit bieten. Wann ein regulärer kommerzieller Betrieb beginnt und welche Preise dafür vorgesehen sind, steht allerdings noch nicht fest.
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München rückt autonome Taxis näher

Auch Deutschland entwickelt sich zu einem wichtigen Markt für autonome Mobilität. Waymo, das zum Alphabet-Konzern gehörende Unternehmen für selbstfahrende Technologien, hat angekündigt, bis 2027 seinen ersten Standort innerhalb der Europäischen Union in München aufzubauen.
In den USA verfügt das Unternehmen bereits über Erfahrung mit autonomen Personenbeförderungsdiensten. Die geplante Expansion nach Deutschland ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, fahrerlose Taxis in europäischen Städten einzuführen.
Für den Einsatz in verschiedenen Ländern müssen die Fahrzeuge jedoch an die jeweiligen Straßenverhältnisse, Verkehrsregeln und Verkehrsmuster angepasst werden.

Neue Perspektiven für Flughafentransfers

Auch im Flughafenverkehr wird autonome Technologie erprobt. Am Flughafen Zürich hat WeRide die Genehmigung erhalten, fahrerlose Shuttle-Dienste zu entwickeln. Diese sollen Terminalbereiche mit Flugzeugen verbinden, die auf abgelegenen Vorfeldpositionen abgestellt sind.
Solche Fahrzeuge könnten Flughäfen künftig dabei helfen, Passagiere innerhalb abgegrenzter Betriebsbereiche effizienter zu befördern.
Kroatien verfolgt einen anderen Ansatz. Die Technologieunternehmen Pony.ai und Verne haben autonome Testfahrten zwischen dem Flughafen Zagreb und dem Geschäftsviertel der Hauptstadt angekündigt.
Verne, das aus dem Umfeld des kroatischen Elektrofahrzeugherstellers Rimac hervorgegangen ist, arbeitet gemeinsam mit internationalen Partnern an Technologien für autonome Mobilität. Die Versuche könnten den Weg für künftige Personenbeförderungsdienste ebnen. Ein breiterer Einsatz hängt jedoch weiterhin vom erfolgreichen Abschluss der Tests ab.

Fahrerlose Lkw auf deutschen Straßen

Autonome Fahrzeuge beschränken sich nicht auf den Personentransport. Im September 2026 gab das schwedische Technologieunternehmen Einride bekannt, eine behördliche Genehmigung für ein Projekt mit elektrischen, fahrerlosen Lastwagen in Deutschland erhalten zu haben.
Gemeinsam mit der Supermarktkette Lidl plant Einride, die Fahrzeuge für Warentransporte zwischen Lagerhäusern und Verkaufsstandorten einzusetzen.
Das Kraftfahrt-Bundesamt genehmigte das Vorhaben für den autonomen Betrieb auf Level 4. Diese Einstufung ermöglicht es einem Fahrzeug, unter festgelegten Betriebsbedingungen ohne kontinuierliche menschliche Kontrolle zu fahren.
Mit dem Pilotprojekt soll untersucht werden, ob autonome Lieferungen die Effizienz der Logistik verbessern und die Auswirkungen des Fahrermangels verringern können.

Wie sicher sind autonome Fahrzeuge?

Befürworter gehen davon aus, dass autonome Fahrzeuge Unfälle reduzieren könnten, die durch menschliche Fehler verursacht werden. Dazu zählen beispielsweise Ablenkung und Übermüdung. Ob sich die Verkehrssicherheit tatsächlich verbessert, hängt jedoch von zuverlässigen Sensoren, leistungsfähiger Software, geeigneter Infrastruktur und den jeweiligen Einsatzbedingungen ab.
Selbstfahrende Systeme müssen auch auf unvorhersehbare Situationen reagieren können. Dazu gehören Fußgänger, Radfahrer, Baustellen und andere Fahrzeuge.
Deshalb verlangen die Behörden umfangreiche Tests, bevor autonome Fahrzeuge in größerem Umfang eingesetzt werden dürfen. Außerdem ist es wichtig, vollständig autonome Fahrzeuge von Fahrassistenzsystemen zu unterscheiden. Letztere erfordern weiterhin einen menschlichen Fahrer, der das System überwacht und bei Bedarf eingreift.
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Wie geht es mit autonomer Mobilität in Europa weiter?

Die Ausweitung autonomer Verkehrslösungen könnte den Stadtverkehr und den Warentransport in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Viele angekündigte Vorhaben befinden sich allerdings noch in der Testphase und sind keine bereits etablierten Dienstleistungen.
Fragen zur Sicherheit, zu Versicherungen, zur Haftung und zur Akzeptanz in der Bevölkerung müssen weiterhin sorgfältig geklärt werden.
Die jüngsten Entwicklungen in Europa zeigen, dass die fahrerlose Mobilität schrittweise vorankommt. Mehrere Länder unternehmen bereits konkrete Schritte hin zu einer Zukunft, in der autonome Fahrzeuge zunehmend zum gewohnten Bild auf öffentlichen Straßen gehören könnten.
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