Andalusiens Wanderweg

· Reiseteam
Eine Wanderroute durch die weißen Dörfer Andalusiens bietet eine entschleunigte Möglichkeit, eine der eindrucksvollsten Landschaften Südspaniens zu entdecken.
Die siebentägige, selbstgeführte Tour führt durch den Naturpark Sierra de Grazalema und verbindet weiß getünchte Dörfer, schroffe Kalksteinberge und ruhige Flusstäler, bevor sie in Ronda endet.
Start in Zahara de la Sierra
Die Reise beginnt in Zahara de la Sierra, das sich von Málaga aus mit dem Bus erreichen lässt. Das Dorf liegt unterhalb einer mittelalterlichen Burg und bietet einen weiten Blick über den umliegenden Stausee. Seine Geschichte ist eng mit der Reconquista verbunden, während die Lage am Hang bereits einen Eindruck von der anspruchsvollen Landschaft vermittelt, die Wanderer erwartet.
Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln sollte gut geplant werden. Busverbindungen von Málaga erfordern in der Regel einen Umstieg und dauern etwa dreieinhalb bis vier Stunden. Die Preise beginnen bei ungefähr 18 Euro.
Durch Grazalema wandern
Von Zahara führt die Route nach Süden in Richtung Grazalema. Dabei geht es durch Flusstäler, vorbei an Stauseen und über weitläufige Hochweiden. Eine der Etappen ist rund 18 Kilometer lang und kombiniert längere Anstiege mit angenehmen Abstiegen durch Kiefernwälder.
Im Frühling zeigt sich die Landschaft besonders farbenfroh. Wildblumen, Schmetterlinge und Zugvögel prägen dann das Bild. Auch der Herbst eignet sich hervorragend für die Tour, wenn Kastanien- und Korkeichenwälder in wärmeren Farbtönen leuchten.
Die wichtigste Wandersaison reicht von Februar bis Mai sowie von September bis Dezember. Besonders April, Mai, September und Oktober gelten in der Regel als angenehme Monate für längere Wanderungen.
Der Sommer ist wegen der intensiven Hitze deutlich weniger geeignet. Auch jüngere Phasen mit starken Regenfällen und Waldbrandaktivität zeigen, wie wichtig es ist, vor dem Start die aktuellen Bedingungen im Naturpark zu prüfen.
Weiter nach Benaoján
Die nächsten Etappen führen durch Eichenwälder und vorbei an eindrucksvollen Karstformationen, bevor Benaoján erreicht wird. Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Umgebung ist die Cueva de la Pileta, ein Höhlensystem, das 1905 entdeckt wurde.
Im Inneren erwarten Besucher beeindruckende Kalksteinformationen und prähistorische Felskunst. Einige der Darstellungen sind mehr als 25.000 Jahre alt. Die Höhle liegt etwa zwei Gehstunden von Benaoján entfernt und lässt sich daher gut in die Wanderroute integrieren.
Auch Vegetarier finden entlang der Strecke ausreichend einfache Gerichte. Dazu gehören Gemüsegerichte, Käse, Salate, Tortilla, Brot und belegte Sandwiches. Damit gibt es Alternativen zu den fleischlastigen Spezialitäten, die traditionell mit einigen Bergdörfern verbunden werden.
Über Ronda zum Ziel
Die Route endet in Ronda, das spektakulär oberhalb der Schlucht El Tajo liegt. Nach mehreren Tagen auf ruhigen Wanderwegen wirkt die Stadt deutlich lebhafter, besonders rund um ihre bekannten Aussichtspunkte Auch für die Rückreise ist Ronda praktisch gelegen. Busse nach Málaga fahren mehrmals täglich.
Die Preise beginnen typischerweise bei etwa 10 bis 12 Euro, während die Fahrt ungefähr eine Stunde und 45 Minuten oder länger dauern kann.
Budget für die Wanderung
Das beschriebene siebentägige Angebot mit sieben Übernachtungen umfasst Unterkünfte sowie den Gepäcktransport zwischen den einzelnen Etappen. Die Preise beginnen bei etwa 1.147 Euro pro Person. Alternativ werden auch Varianten mit fünf, sechs oder acht Übernachtungen angeboten.
Wer individuell reist, kann deutlich günstiger unterwegs sein, wenn Unterkünfte, Transport und Verpflegung separat gebucht werden. Dafür ist jedoch mehr Organisation nötig, insbesondere bei Gepäcktransporten und Verbindungen zwischen kleineren Dörfern.
Diese Route ist nichts für Reisende, die möglichst schnell ans Ziel kommen möchten. Ihr besonderer Reiz liegt in den stillen Wegen, den wechselnden Landschaften und dem langsamen Annähern an Dörfer, die scheinbar direkt aus den Bergen herauswachsen.
Wer Andalusien abseits der bekannten Städte und Strände erleben möchte, findet in den pueblos blancos eine der lohnendsten Möglichkeiten, die Region zu Fuß zu entdecken.