Digitale Batteriepässe
Andre
Andre
| 10-09-2026
Fahrzeugteam · Fahrzeugteam
Die Europäische Union rückt der Einführung obligatorischer digitaler Batteriepässe näher, einem System, das dazu dient, wichtige Informationen über bestimmte Batterien während ihres Lebenszyklus leichter zugänglich zu machen.
Aktualisierte Leitlinien, die am 21. August 2026 veröffentlicht wurden, sollen Unternehmen und andere Organisationen bei der Vorbereitung auf die Anforderungen der Verordnung (EU) 2023/1542 über Batterien und Altbatterien unterstützen.
Die Passregeln treten im Februar 2027 in Kraft.

Welche Batterien sind betroffen?

Ab dem 18. Februar 2027 muss jede Batterie für Elektrofahrzeuge, jede Batterie, die in leichten Verkehrsmitteln verwendet wird, sowie jede Industriespeicherbatterie mit einer Kapazität über 2 kWh, die auf dem EU-Markt platziert oder in Betrieb genommen wird, über einen digitalen Batteriepass verfügen.
Leichte Verkehrsmittel, häufig abgekürzt als LMT, umfassen Fahrzeuge wie Elektrofahrräder und E-Scooter. Das neue System betrifft daher nicht nur die Automobilindustrie, sondern auch Hersteller und Zulieferer, die in einem breiteren Spektrum von batteriebetriebenen Transport- und Industrieanwendungen tätig sind.
Digitale Batteriepässe

Welche Informationen sind erforderlich?

Die aktualisierten Leitlinien umfassen 71 einzelne Datenpunkte, die mit Batteriepässen verknüpft sind. Für jede Batteriekategorie wird erläutert, ob ein bestimmter Datenpunkt obligatorisch, optional, nur unter bestimmten Umständen erforderlich oder nicht auszufüllen oder anzuzeigen ist, wenn die Passpflichten im Februar 2027 erstmals in Kraft treten.
Das Dokument nennt auch die rechtliche Grundlage für jede Anforderung und zeigt, wie sich einzelne Datenpunkte auf Elektrofahrzeug-, LMT- und Industriespeicherbatterien auswirken.
Dieser strukturierte Ansatz soll Unternehmen dabei helfen zu verstehen, welche Informationen sie sammeln und verwalten müssen, bevor das neue System in Betrieb geht.

Wer muss sich vorbereiten?

Die Leitlinien richten sich hauptsächlich an Wirtschaftsbeteiligte entlang der Batteriewertschöpfungskette. Dazu gehören Hersteller, Importeure und andere Organisationen, die dafür verantwortlich sind, sicherzustellen, dass die erforderlichen Informationen über den digitalen Pass verfügbar sind.
Es könnte auch für Konformitätsbewertungsstellen, Marktüberwachungsbehörden und andere Organisationen nützlich sein, die an der Umsetzung und Durchsetzung der EU-Batterieverordnung beteiligt sind.
Für Unternehmen wird die Vorbereitung wahrscheinlich mehr als nur das Sammeln von technischen Informationen umfassen.
Unternehmen müssen interne Prozesse, Berichtspraktiken und Datensysteme überprüfen, damit relevante Informationen in einem konsistenten Format gesammelt, bewertet und zugänglich gemacht werden können.

Warum der Pass wichtig ist

Eines der Hauptziele ist es, einen konsistenteren Ansatz für Batterieinformationen auf dem europäischen Markt zu schaffen. Durch die Zusammenführung wichtiger Daten in einem standardisierten digitalen Format könnten Hersteller, Regulierungsbehörden und andere Interessengruppen die Eigenschaften einer Batterie während ihres Lebenszyklus besser verstehen.
Das System ist auch Teil der breiteren Bemühungen der EU, Transparenz und Kreislaufwirtschaft bei Produkten auf dem Binnenmarkt zu verbessern.
Digitale Batteriepässe

Leitlinien können sich entwickeln

Die aktuellen Leitlinien schaffen keine neuen rechtlichen Verpflichtungen. Vielmehr sollen sie die Vorbereitung auf die Anforderungen unterstützen, die bereits in der EU-Batteriegesetzgebung existieren.
Unternehmen sollen sie zusammen mit der Verordnung (EU) 2023/1542 und allen relevanten delegierten oder Umsetzungsakten verwenden. Das Dokument kann auch aktualisiert werden, während die Umsetzung fortschreitet.
Zukünftige Versionen könnten zusätzliche Klarstellungen zu einzelnen Datenpunkten bieten und mögliche Maßeinheiten oder Berichtsformate vorschlagen, um die Konsistenz und Vergleichbarkeit in der Branche zu verbessern.
Mit dem 18. Februar 2027 rückt der Fokus jetzt von der Gesetzgebung auf die praktische Umsetzung.
Für Batteriehersteller, Importeure und andere betroffene Unternehmen könnte eine frühzeitige Vorbereitung der Datensysteme den Übergang zu obligatorischen digitalen Pässen erheblich erleichtern.