Safranreis

· Essens-Team
Safran wirkt seit jeher ein wenig luxuriös. Das Gewürz wird aus den zarten Narben der Safrankrokus-Blüte gewonnen, und jeder einzelne Faden muss von Hand geerntet werden.
Zehntausende dieser winzigen Fäden sind nötig, um selbst eine vergleichsweise kleine Menge getrockneten Safrans herzustellen – was seinen berühmt hohen Preis erklärt.
Zum Glück braucht man davon nur sehr wenig. Sein Reiz liegt nicht nur in der Optik. Safran verströmt ein warmes, unverwechselbares Aroma und verleiht selbst einer einfachen Portion Reis eine intensive goldgelbe Farbe.
Warum Safran eingeweicht werden sollte
Bevor der Safran in die Pfanne kommt, lohnt es sich, den Fäden etwas Zeit zum Ziehen zu geben.
Weiche sechs bis zehn Fäden einige Minuten lang in einer kleinen Menge warmem Wasser ein. Während sie Farbe und Aroma abgeben, färbt sich die Flüssigkeit allmählich gelb-orange, während die Fäden selbst deutlich blasser werden.
Dieser Schritt sorgt dafür, dass sich das Aroma gleichmäßiger im Reis verteilt und der Safran nicht nur an einer Stelle des Gerichts konzentriert bleibt.
Das brauchst du
Für vier Portionen brauchst du 50 g Butter, drei Esslöffel Olivenöl, eine mittelgroße Zwiebel, 300 g Langkornreis, sechs bis zehn Safranfäden, 500 ml leichte Gemüsebrühe oder Wasser, 500 g reife Tomaten und Salz.
Da die Zutatenliste kurz ist, kommt es umso mehr auf die Qualität an. Wähle gut gereifte, natürlich süße Tomaten statt fester, wässriger Exemplare.
Mit der Zwiebel beginnen
Butter und Olivenöl in einer schweren Pfanne bei mittlerer bis niedriger Hitze gemeinsam schmelzen.
Die fein gehackte Zwiebel mit einer kleinen Prise Salz hinzufügen und etwa 10 Minuten sanft dünsten. Sie sollte weich und glasig werden, aber kaum Farbe annehmen.
Den Reis dazugeben, anschließend den Safran samt Einweichwasser hinzufügen. Etwa eine Minute rühren, damit die Reiskörner gleichmäßig mit der Buttermischung überzogen sind.
Brühe oder Wasser dazugießen, kurz umrühren und die Hitze auf die niedrigste Stufe reduzieren. Die Pfanne abdecken und den Reis etwa 18 bis 20 Minuten sanft garen, bis er weich ist und die Flüssigkeit vollständig aufgenommen hat.
Die Tomaten separat vorbereiten
Während der Reis gart, sind die Tomaten an der Reihe. Gib sie etwa fünf Minuten in kochendes Wasser und anschließend in kaltes Wasser. Die Haut sollte sich nun leicht ablösen lassen.
Die Tomaten vierteln, den Großteil der Kerne entfernen und das Fruchtfleisch in dünne Streifen oder kleine Würfel schneiden. Wichtig ist, die Tomaten bis zum Schluss separat zu lassen.
Statt zu einer Sauce zu zerfallen, bleiben sie frisch und deutlich erkennbar und sorgen mit ihrer Süße und Saftigkeit für einen schönen Kontrast zum reichhaltigen Reis.
Die Ruhezeit nicht überspringen
Sobald der Reis fertig ist, die Pfanne vom Herd nehmen und etwa 10 Minuten zugedeckt stehen lassen.
In dieser Ruhezeit können die Reiskörner die restliche Feuchtigkeit aufnehmen und werden lockerer und körniger. Die vorbereiteten Tomaten vorsichtig unterheben, mit Salz abschmecken und servieren.
Das Ergebnis ist elegant, ohne kompliziert zu sein: goldgelber, duftender Safranreis mit zarter Zwiebel, frischen Tomaten und Butter.
Er passt hervorragend zu Fisch, Hähnchen, gekochten Eiern oder geröstetem Gemüse, ist aber auch als eigenständiges Gericht sättigend genug.
Was dieses Gericht so besonders macht, ist seine Zurückhaltung. Nichts wird überladen oder stark gewürzt. Der Safran sorgt für Wärme, die Tomaten bringen Frische, und der Reis verbindet beide Aromen, ohne mit ihnen zu konkurrieren.
Genau das macht dieses Spätsommerrezept so gelungen: es zeigt, dass einfache Küche durchaus etwas Besonderes sein kann.