Geheime Route
Louis
Louis
| 10-09-2026
Reiseteam · Reiseteam
Die Färöer-Inseln bieten Reisenden, die es leid sind, jede Station im Voraus zu planen, eine ganz besondere Art des Roadtrips.
Das Programm „Self-Navigating Cars“ lässt das Navigationssystem die Route bestimmen und führt Besucher zu weniger bekannten Orten, die von Einheimischen ausgewählt wurden.
Die Idee ist einfach: man steigt ins Auto, folgt den Anweisungen und erfährt erst bei der Ankunft, welches Ziel als Nächstes wartet.

Das Auto bestimmt die Route

Jede Fahrt dauert zwischen drei und sechs Stunden und umfasst normalerweise vier bis sechs Stopps. Ursprünglich gab es 30 Routen, später kamen weitere 15 hinzu, sodass Reisende inzwischen deutlich mehr Auswahl haben.
Das System kann mit einem geeigneten Mietwagen kostenlos genutzt werden. Die einzige wichtige Bedingung ist, dass Reisende der vorgegebenen Route folgen, anstatt sie unterwegs zu ändern.
Der Reiz liegt nicht nur in der ungewöhnlichen Idee. Beliebte Reiseziele in Europa kämpfen zunehmend damit, dass sich Besucher an denselben Aussichtspunkten und Sehenswürdigkeiten konzentrieren. Diese Routen führen bewusst in ruhigere Winkel der Inselgruppe.
Geheime Route

Berge, Dörfer und überraschende Stopps

Vielleicht findest du dich plötzlich am See Funningsvatn wieder, wanderst durch beeindruckende Fjordlandschaften oder hältst in einem kleinen Dorf abseits der meistbesuchten Routen. Einige Strecken führen auch zu Badestellen im Freien oder Aussichtspunkten mit Blick auf hohe Meeresklippen.
Da die Route eine Überraschung bleibt, solltest du direkt danach keine weitere Aktivität mit engem Zeitplan einplanen.
Reisetipp: halte mindestens einen halben Tag frei und nimm wasserdichte Kleidung, feste Schuhe, Snacks und Wasser mit. Das Wetter auf den Färöern kann sich selbst im Sommer schnell ändern.

Autofahren ist einfach, aber anders

Ein Auto gehört zu den bequemsten Möglichkeiten, den Archipel zu erkunden. Die meisten größeren Inseln sind durch Straßen, Brücken und Unterwassertunnel miteinander verbunden, während außerhalb der größeren Orte meist wenig Verkehr herrscht.
Trotzdem solltest du auf schmale Straßen, einspurige Tunnel und plötzlich wechselndes Wetter vorbereitet sein. Das Abblendlicht muss jederzeit eingeschaltet sein. Die übliche Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/h in Ortschaften und 80 km/h außerhalb geschlossener Ortschaften.
Auch die Unterwassertunnel erhöhen die Kosten eines Roadtrips. Die Fahrt durch den Eysturoy-Tunnel kann beispielsweise bei Nutzung des günstigeren Tarifs etwa 10 € pro Strecke kosten. Ohne das entsprechende Abonnement können rund 24 € pro Strecke anfallen.

Faroe Islands

Spartipp: frage den Mietwagenanbieter, ob Tunnelgebühren bereits enthalten sind oder später berechnet werden. Da es keine klassischen Mautstellen gibt, solltest du dich vorher über das Zahlungssystem informieren, um Überraschungen zu vermeiden.

Anreise zu den Inseln

Vágar ist der einzige Flughafen der Färöer-Inseln. Direktflüge gibt es unter anderem von Kopenhagen, Paris, Reykjavík, London, Edinburgh, Oslo und Bergen, wobei einige Verbindungen nur saisonal angeboten werden.
Wer langsamer reisen möchte, kann mit der Fähre aus Norddänemark anreisen. Die Überfahrt dauert im Sommer etwa zwei Tage, und die Mitnahme des eigenen Fahrzeugs ist möglich.

Wie viel sollte man einplanen?

Die Färöer-Inseln gehören nicht zu den günstigen Reisezielen. Deshalb sollten Unterkunft und Mietwagen besonders zwischen Juni und August frühzeitig gebucht werden.
Für eine komfortable Reise auf eigene Faust solltest du etwa 150–250 € pro Person und Tag einplanen, wenn ihr euch Unterkunft und Mietwagen teilt. Damit lassen sich Unterkunft, Transport, Kraftstoff und normale Mahlzeiten abdecken. Tunnelgebühren, längere Ausflüge und teurere Restaurants können die Gesamtkosten jedoch erhöhen.
Sparen lässt sich leichter, wenn du außerhalb des Zentrums von Tórshavn übernachtest, einige Mahlzeiten selbst zubereitest und Fahrtage mit Wanderungen kombinierst.

Raum für Überraschungen lassen

Das Besondere an der Idee ist, dass sie eine Gewohnheit des modernen Reisens durchbricht: schon vor der Ankunft genau zu wissen, wie alles aussieht. Statt denselben Fotos, Rankings und Reiseplänen wie alle anderen zu folgen, geben Reisende ein wenig Kontrolle ab und lassen lokales Wissen den Tag bestimmen.
Geheime Route
Die Färöer-Inseln sind mit ihren kurvigen Straßen, Tunneln, Wasserfällen und Dörfern, die hinter fast jeder Kurve auftauchen, wie geschaffen für Roadtrips. Eine Route, die ihr Ziel geheim hält, liefert einfach noch einen Grund, die Fahrt selbst zu genießen, statt zum nächsten berühmten Aussichtspunkt zu hetzen.