Britanniens Autowende

· Fahrzeugteam
Der britische Automarkt dürfte 2026 stärker wachsen als bislang erwartet. Für dieses Jahr werden rund 2,183 Millionen Neuzulassungen prognostiziert – etwa 8 % mehr als 2025.
Neue Hersteller und die anhaltende Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen treiben die Erholung an.
Auch 2027 soll der Markt weiter zulegen, allerdings langsamer.
Die Prognose liegt bei rund 2,245 Millionen Neuwagen, was einem weiteren Wachstum von 2,9 % entspricht.
Entscheidend ist jedoch nicht nur das Wachstum, sondern vor allem der schnelle Wandel bei den Antrieben; Benziner verlieren zunehmend Marktanteile an Elektroautos und Hybride.
Elektroautos legen deutlich zu
Für 2026 werden rund 597.000 neu zugelassene batterieelektrische Fahrzeuge erwartet. Das entspricht einem Anstieg von 26,2 % gegenüber dem Vorjahr. Ihr Marktanteil könnte damit von 23,4 % im Jahr 2025 auf 27,4 % steigen.
2027 könnte die Zahl auf etwa 720.000 Elektroautos wachsen.
Damit würden rein elektrische Modelle einen Marktanteil von 32,1 % erreichen. Anders gesagt: fast jedes dritte neu zugelassene Auto könnte dann vollelektrisch sein.
Das wäre ein deutlicher Fortschritt. Trotzdem bliebe der Markt hinter den ursprünglich erwarteten Werten des britischen Zero Emission Vehicle Mandate zurück. Hohe Strompreise und die geplante Einführung einer kilometerabhängigen Steuer für Elektroautos ab 2028 sorgen zudem weiterhin für Unsicherheit in der Branche.
Hybride bleiben gefragt
Auch Plug-in-Hybride entwickeln sich dynamisch. Ihre Neuzulassungen könnten 2026 um 28,5 % auf rund 289.000 Fahrzeuge steigen. Ihr Marktanteil würde damit von 11,1 % auf 13,3 % wachsen.
Bei klassischen Hybridfahrzeugen fällt das Wachstum moderater aus. Für 2026 werden etwa 310.000 Neuzulassungen und ein Marktanteil von 14,2 % erwartet. 2027 könnten Plug-in-Hybride und konventionelle Hybride jeweils rund 14,6 % des Marktes ausmachen.
Für viele Käufer bleiben Hybride damit offenbar ein praktischer Zwischenschritt, bevor sie vollständig auf ein Elektroauto umsteigen.
Benziner verlieren weiter an Boden
Benzinbetriebene Fahrzeuge bilden zwar weiterhin die größte einzelne Antriebskategorie, doch ihr Vorsprung schrumpft deutlich. Für 2026 werden rund 892.000 Benziner prognostiziert – 4,9 % weniger als im Vorjahr.
Ihr Marktanteil dürfte dadurch von 46,4 % im Jahr 2025 auf 40,9 % im Jahr 2026 sinken. 2027 könnte er nochmals auf 35,2 % zurückgehen.
Noch schneller verliert Diesel an Bedeutung. Sein Anteil soll von 5,1 % im Jahr 2025 auf 4,3 % 2026 und nur noch 3,5 % im Jahr 2027 fallen.
Benziner spielen weiterhin eine wichtige Rolle, doch ihre frühere klare Dominanz bei den Neuzulassungen geht zunehmend verloren.
Transporter wechseln langsamer
Bei leichten Nutzfahrzeugen verläuft die Entwicklung deutlich langsamer. Für 2026 werden rund 316.000 neu zugelassene Transporter erwartet. 2027 könnte die Zahl nur leicht auf etwa 318.000 steigen.
Elektrotransporter wachsen dagegen wesentlich schneller. Ihre Neuzulassungen sollen 2026 um 30,8 % und 2027 nochmals um 39 % zulegen.
Trotz dieses starken Wachstums bleibt ihr Marktanteil vergleichsweise niedrig. Für 2026 werden 11,5 % und für 2027 rund 15,9 % erwartet.
Damit liegt der Transportermarkt bei der Elektrifizierung weiterhin deutlich hinter dem Pkw-Sektor zurück.
Ein größerer, aber veränderter Markt
Die Prognosen zeigen einen britischen Automarkt, der nicht nur wieder wächst, sondern sich gleichzeitig grundlegend verändert. Elektroautos gewinnen schnell an Bedeutung, Hybride werden wichtiger, während Benziner und Diesel kontinuierlich Marktanteile abgeben.
Die entscheidende Frage ist nun, ob Nachfrage, Ladeinfrastruktur und Fahrzeugpreise mit den politischen und regulatorischen Vorgaben Schritt halten können.
Bis 2027 könnte Großbritannien deshalb nicht nur mehr Neuwagen verkaufen, sondern einen grundlegend veränderten Automarkt haben, in dem elektrifizierte Fahrzeuge vom alternativen Antrieb zum neuen Mainstream werden.