Schottlands Burgen

· Reiseteam
Schottland und Burgen gehören einfach zusammen. Manche Festungen prägen ganze Städte, andere liegen einsam an Seen oder thronen spektakulär auf Klippen.
Bei einigen gehört schon der Weg dorthin zum Erlebnis.
Wer eine Reise mit Schwerpunkt auf Burgen plant, findet in diesen acht Orten eine abwechslungsreiche Mischung aus königlicher Geschichte, Highland-Landschaften und beeindruckender Architektur.
1. Edinburgh Castle: Königliche Geschichte
Mit Edinburgh Castle beginnt die Reise fast selbstverständlich – und das aus gutem Grund. Die Festung thront auf dem vulkanischen Castle Rock über der Altstadt und war im Laufe ihrer Geschichte Schauplatz zahlreicher Angriffe und Belagerungen.
Im Inneren erwarten Besucher unter anderem der Königspalast, die schottischen Kronjuwelen und die St.-Margaret-Kapelle, das älteste erhaltene Gebäude Edinburghs.
Der Eintritt für Erwachsene kostet online derzeit etwa 27 Euro. Beim Kauf vor Ort sind es rund 30 Euro. Besonders im August sind die Tickets häufig schnell ausverkauft, weshalb eine frühzeitige Buchung sinnvoll ist.
Ideal für: erstbesucher Schottlands und alle, die sich für königliche Geschichte interessieren.
2. Stirling Castle: Ideal für Familien
Stirling Castle wirkt etwas überschaubarer als Edinburgh Castle, besitzt aber eine ebenso bedeutende Vergangenheit. Seine strategische Lage oberhalb des River Forth erklärt, warum Stirling einst als Schlüssel zur Kontrolle Schottlands galt.
Restaurierte königliche Gemächer, große Küchen und prachtvolle Renaissance-Innenräume machen die Anlage besonders abwechslungsreich. Kostümierte Darsteller und Ausstellungen vermitteln die Geschichte zudem anschaulich und machen den Besuch auch für Kinder interessant.
Der Online-Eintritt für Erwachsene liegt bei etwa 22 Euro, vor Ort bei rund 24 Euro. Bis September ist das Schloss täglich von 9:30 bis 18 Uhr geöffnet.
Tipp: planen Sie mindestens zwei Stunden ein, statt den Besuch zwischen andere Sehenswürdigkeiten zu quetschen.
3. Eilean Donan: Highland-Romantik
Kaum eine schottische Burg besitzt eine so bekannte Kulisse wie Eilean Donan. Die Festung liegt auf einer kleinen Insel am Zusammenfluss von Loch Duich, Loch Long und Loch Alsh. Berge umgeben die Anlage, die über eine steinerne Brücke mit dem Festland verbunden ist.
Das heutige Bauwerk wurde zu großen Teilen rekonstruiert, doch allein die Lage macht den Besuch zu einem besonderen Erlebnis.
Der Eintritt für Erwachsene kostet etwa 15 Euro. Tickets gibt es ausschließlich vor Ort. Von Juni bis August ist die Burg von 9 bis 18 Uhr geöffnet, wobei der letzte Einlass um 17 Uhr erfolgt.
Empfehlung: verbinden Sie Eilean Donan mit einer Fahrt in Richtung Isle of Skye, anstatt die Burg als einzelnes Reiseziel anzusteuern.
4. Dunnottar: Maximale Dramatik
Wenn Sie Ruinen, Klippen und wilde Küstenlandschaften suchen, ist Dunnottar kaum zu übertreffen. Die Festung liegt auf einer felsigen Landzunge nahe Stonehaven, die durch steile Abhänge vom Festland getrennt ist und direkt auf die Nordsee blickt.
Die Geschichte der Anlage ist mit Persönlichkeiten wie William Wallace und Maria Stuart verbunden. Während der Konflikte mit den Truppen Oliver Cromwells wurden hier zudem die schottischen Kronjuwelen in Sicherheit gebracht.
Der Eintritt für Erwachsene beträgt etwa 16 Euro. Von April bis September ist Dunnottar von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Bei starkem Wind sowie Schnee oder Eis kann die Anlage kurzfristig geschlossen werden.
Beste Anreise: bei gutem Wetter lohnt sich der Küstenweg von Stonehaven zur Burg.
5. Dunrobin: Ein Hauch Frankreich
Dunrobin wirkt weniger wie eine mittelalterliche Festung und eher wie ein französisches Schloss, das weit in den Norden Schottlands versetzt wurde. Die helle Fassade, spitzen Türme und formalen Gärten über dem Moray Firth schaffen eine der elegantesten Schlosskulissen des Landes.
Im Inneren befinden sich prachtvoll eingerichtete Räume, Porträts und Familiensammlungen. Zum Gelände gehören außerdem Gärten, ein Museum und saisonale Falknervorführungen.
Der Eintritt für Erwachsene kostet derzeit etwa 19 Euro und umfasst Schloss, Museum und Gärten. Dunrobin ist bis Oktober täglich geöffnet. Im Sommer gelten Öffnungszeiten von 10 bis 17:30 Uhr.
Ideal für: architektur- und Gartenliebhaber sowie Reisende auf einer Route durch die nördlichen Highlands.
6. Cawdor: Shakespeare-Flair
Cawdor Castle wird untrennbar mit Shakespeares „Macbeth“ verbunden, obwohl die Burg erst Jahrhunderte nach der historischen Epoche errichtet wurde, in der die Tragödie spielt. Diese Verbindung gehört trotzdem zu ihrem besonderen Reiz.
Im Inneren warten ein mittelalterlicher Turm und historische Räume. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist außerdem der legendäre Stechpalmenbaum, um den die Burg der Überlieferung nach teilweise errichtet worden sein soll.
Auch die Gärten sind einen Besuch wert. Formale Anlagen gehen in Waldgebiete und Naturpfade über.
Der Eintritt für Erwachsene liegt bei etwa 20 Euro. Das Schloss ist täglich bis Anfang Oktober geöffnet.
Tipp: verbinden Sie Cawdor mit einem Aufenthalt in Inverness, statt die Burg als eigenständiges Tagesziel einzuplanen.
7. Blair Castle: Leben auf einem großen Anwesen
Blair Castle bietet einen anderen Blick auf die schottische Schlossgeschichte. Die weiße Fassade und die lange Baugeschichte vereinen mittelalterliche, georgianische und viktorianische Elemente. Rund 30 Räume sind normalerweise für Besucher zugänglich.
Im Inneren gibt es historische Waffen, Möbel, Porträts und Sammlungen, die über Generationen zusammengetragen wurden. Rund um das Schloss erstreckt sich ein weitläufiges Anwesen mit Gärten, Waldgebieten und Möglichkeiten zur Tierbeobachtung.
Ideal für: reisende zwischen den Highlands und Zentralschottland, die mehr sehen möchten als eine weitere Burgruine.
8. Inveraray: Türme am Loch Fyne
Inveraray Castle wirkt beinahe wie eine Theaterkulisse. Runde Türme und spitze Dächer ragen am Ufer des Loch Fyne empor. Hinter der eher zurückhaltenden grauen Außenfassade verbergen sich überraschend prunkvolle Innenräume.
Zu den Höhepunkten gehören dekorative Decken, Wandteppiche, der State Dining Room und eine Waffenkammer mit historischen Rüstungen und Waffen.
Der Eintritt für Erwachsene kostet derzeit etwa 19 Euro. Wer nur die Gärten besuchen möchte, zahlt rund 14 Euro. Im Jahr 2026 ist das Schloss bis Ende September von Donnerstag bis Montag geöffnet. Anschließend gelten bis Ende Oktober reduzierte Herbstöffnungszeiten.
Empfehlung: kombinieren Sie Inveraray mit Loch Lomond und den westlichen Highlands zu einer entspannten Rundfahrt.
So lässt sich die Reise planen
Alle acht Burgen in eine einzige hektische Reiseroute zu packen, würde dem Erlebnis kaum gerecht. Für eine kurze Reise lassen sich Edinburgh und Stirling gut miteinander verbinden.
Wer die Highlands erkunden möchte, kann Inverness als Ausgangspunkt für Cawdor und Dunrobin nutzen und anschließend weiter westwärts nach Eilean Donan fahren.
Dunnottar passt hervorragend zu einem Besuch in Aberdeen oder Stonehaven, während Inveraray gut in eine Rundreise durch Westschottland integriert werden kann.
Wer nur drei Burgen besuchen kann, sollte Edinburgh für die Geschichte, Eilean Donan für die Landschaft und Dunnottar für die dramatische Kulisse wählen.
Zusammen zeigen sie, was schottische Burgen so besonders macht: nicht nur die Gebäude selbst sind beeindruckend, sondern auch die Landschaften, in denen sie stehen.