Elektroautos boomen
Lea
Lea
| 24-08-2026
Fahrzeugteam · Fahrzeugteam
Deutschlands Elektroautomarkt nimmt im Juli deutlich an Fahrt auf. Die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos ist kräftig gestiegen und erreicht einen bemerkenswerten Marktanteil.
Besonders auffällig: Internationale Hersteller gewinnen immer mehr an Bedeutung und stellen inzwischen fast die Hälfte aller neu zugelassenen batterieelektrischen Fahrzeuge.

Elektroautos holen kräftig auf

Der deutsche Automarkt erlebt bei Elektrofahrzeugen einen deutlichen Wandel. Im Juli 2026 wurden so viele batterieelektrische Autos zugelassen, dass ihr Anteil an den Neuzulassungen auf 29,3 Prozent stieg.
Gleichzeitig gewinnen internationale Hersteller immer stärker an Bedeutung: Fast jedes zweite neu zugelassene Elektroauto in Deutschland kam im Juli von einer internationalen Marke.
Elektroautos boomen

BEV-Anteil steigt auf 29,3 Prozent

Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wurden im Juli insgesamt 268.068 neue Pkw in Deutschland zugelassen. Das waren 1,2 Prozent mehr als im Juli 2025, als 264.802 Neuwagen registriert wurden.
Besonders stark entwickelten sich batterieelektrische Fahrzeuge (BEV). Ihre Neuzulassungen stiegen von 48.614 im Vorjahresmonat auf 78.609 Fahrzeuge. Das entspricht einem Plus von 61,7 Prozent. Der Marktanteil der reinen Elektroautos erreichte damit 29,3 Prozent.
Damit erreichte der BEV-Anteil im Juli den höchsten Wert seit dem Ende der staatlichen Förderung für gewerblich genutzte Elektrofahrzeuge im August 2023. Gleichzeitig war es der dritthöchste Monatswert seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen.

Auch Plug-in-Hybride legen zu

Nicht nur reine Elektroautos konnten im Juli zulegen. Insgesamt wurden 30.609 Plug-in-Hybride neu zugelassen. Gegenüber den 27.197 Fahrzeugen im Juli 2025 entspricht das einem Anstieg von 12,5 Prozent. Ihr Marktanteil lag bei 11,4 Prozent.
Zusammen mit den übrigen Hybridfahrzeugen kamen die Hybridmodelle auf 105.284 Neuzulassungen. Das entsprach einem Marktanteil von 39,3 Prozent.
Bei den klassischen Antrieben zeigte sich dagegen ein deutlicher Rückgang. Die Zahl der neu zugelassenen Benziner sank um 29,7 Prozent auf 50.732 Fahrzeuge. Bei den Dieselfahrzeugen ging die Zahl der Neuzulassungen um 21,8 Prozent auf 31.703 zurück.
Auch die durchschnittlichen CO₂-Emissionen gingen zurück. Sie lagen bei den neu zugelassenen Pkw im Juli bei 91,2 Gramm pro Kilometer. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht das einem Rückgang von 15,1 Prozent. Im Juli 2025 waren es noch 107,4 Gramm pro Kilometer.

Starker Zuwachs seit Jahresbeginn

Der positive Trend bei den Elektroautos zeigt sich auch in der Jahresbilanz. Von Januar bis einschließlich Juli 2026 wurden in Deutschland 446.615 neue batterieelektrische Fahrzeuge zugelassen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 297.340.
Damit stiegen die BEV-Neuzulassungen innerhalb eines Jahres um 50,2 Prozent. Elektroautos machten in den ersten sieben Monaten 25,5 Prozent der insgesamt 1.752.461 neu zugelassenen Pkw aus. Im Vorjahreszeitraum waren es insgesamt 1.667.591 Neuzulassungen.

Internationale Marken gewinnen an Boden

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den internationalen Automobilherstellern. Nach vorläufigen Berechnungen des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) stiegen deren BEV-Neuzulassungen im Juli um 93,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Insgesamt kamen internationale Hersteller auf 38.824 neu zugelassene Elektroautos. Ihr Anteil am deutschen BEV-Markt lag damit schätzungsweise bei 49,4 Prozent – dem bislang höchsten Monatswert.
Über alle Antriebsarten hinweg erreichten internationale Marken im Juli einen Marktanteil von 44,6 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt ihr Anteil bei 44,2 Prozent.

BYD verzeichnet enormes Wachstum

Unter den Importmarken mit einem Marktanteil von mindestens 1,5 Prozent verzeichnete der chinesische Hersteller BYD im Juli den stärksten Zuwachs.
Nach den KBA-Daten stiegen die Neuzulassungen der Marke gegenüber Juli 2025 um beeindruckende 365,4 Prozent.
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Günstige Elektroautos gefragt

Der VDIK führt einen wesentlichen Teil des aktuellen Wachstums auf die größere Auswahl an bezahlbaren Elektroautos im Einstiegssegment zurück. Das Angebot an vergleichsweise günstigen BEV-Modellen wächst und wird laut Verband von den Kunden gut angenommen.
Imelda Labbé, Präsidentin des VDIK, erklärte, dass die große Auswahl erschwinglicher Elektrofahrzeuge im Einstiegsbereich gut aufgenommen werde. Nach ihren Angaben stammen zudem mehr als die Hälfte der von internationalen Herstellern ausgelieferten batterieelektrischen Fahrzeuge aus Europa.
Die aktuellen Zahlen zeigen damit einen deutlichen Wandel auf dem deutschen Automarkt: Elektroautos gewinnen weiter an Bedeutung, während internationale Hersteller ihren Anteil am BEV-Markt zunehmend ausbauen. Entscheidend dürfte künftig vor allem der Wettbewerb um erschwingliche Einstiegsmodelle sein.