E-Autos für Firmen
Dirk
Dirk
| 21-08-2026
Fahrzeugteam · Fahrzeugteam

Mehr Anreize, weniger Zwang

Der Umstieg auf emissionsfreie Firmenfahrzeuge kommt in Europa nur langsam voran.
Nach Angaben des europäischen Automobilverbands ACEA machten batterieelektrische Modelle im ersten Halbjahr 2025 rund 15 Prozent der Pkw-Neuzulassungen aus. Bei Transportern lag der Anteil bei 8,5 Prozent, bei Lastwagen sogar nur bei 3,5 Prozent.
Dabei spielen Unternehmen eine besonders wichtige Rolle: rund 60 Prozent des europäischen Pkw-Marktes entfallen auf Firmenzulassungen.
Bei Nutzfahrzeugen liegt der Anteil sogar bei nahezu 100 Prozent. Für die ACEA ist deshalb klar, dass gezielte Maßnahmen notwendig sind, um den Wechsel zu emissionsfreien Fahrzeugen zu beschleunigen.

Warum Unternehmen noch zögern

Die Zurückhaltung hat mehrere Gründe. Für viele Unternehmen sind Elektrofahrzeuge trotz sinkender Betriebskosten zunächst mit höheren Gesamtkosten verbunden. Dazu kommen teilweise hohe Preise für öffentliches Laden und eine noch lückenhafte Ladeinfrastruktur.
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Auch der Gebrauchtwagenmarkt spielt eine Rolle. Unsichere Wiederverkaufswerte können Unternehmen davon abhalten, größere Teile ihrer Flotten auf Elektrofahrzeuge umzustellen.

Norwegen zeigt, was möglich ist

Ein Blick nach Norwegen zeigt laut ACEA, dass der Markt auch ohne strenge gesetzliche Vorgaben schnell elektrifiziert werden kann. Dort sind rund 90 Prozent der neuen Firmenwagen emissionsfrei.
Entscheidend ist ein Mix verschiedener Anreize. Dazu gehören Steuervergünstigungen oder -senkungen beim Kauf und bei der Ladeinfrastruktur, Vorteile bei Mautgebühren sowie weitere Privilegien wie bevorzugtes Parken und die Nutzung von Busspuren.
Auch Belgien verzeichnet starke Fortschritte. Dort erreichte der Anteil emissionsfreier Fahrzeuge im Unternehmensmarkt im vergangenen Jahr rund 80 Prozent.

Europa setzt bisher nicht überall auf Anreize

Trotz dieser Beispiele verfügen derzeit nur 19 EU-Mitgliedstaaten über steuerliche Maßnahmen, die eine umweltfreundlichere Gestaltung von Firmenflotten fördern.
Die ACEA spricht sich deshalb dafür aus, solche Programme in allen EU-Ländern einzuführen. Statt zusätzliche verbindliche Vorgaben für das Fahrzeugangebot zu schaffen, sollte die EU nach Ansicht des Verbands nationale Fördermaßnahmen besser koordinieren und erfolgreiche Modelle stärker miteinander teilen.

Auch Nutzfahrzeuge brauchen gezielte Unterstützung

Bei Transportern und Lastwagen sieht die ACEA weitere Möglichkeiten. Dazu könnten beispielsweise emissionsfreie Fahrzeuge bei öffentlichen Ausschreibungen bevorzugt werden.
Auch Spediteure und Auftraggeber im Güterverkehr könnten dazu bewegt werden, den Anteil emissionsfreier Transporte schrittweise zu erhöhen. Ergänzend nennt der Verband gezielte Unterstützung für Transportunternehmen sowie CO₂-basierte Gebühren für die Straßennutzung.
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Entscheidend ist dabei, dass Anreize zur jeweiligen Fahrzeugklasse und zum Einsatzbereich passen. Was für einen Firmenwagen funktioniert, muss nicht automatisch für einen schweren Lastwagen geeignet sein.

Infrastruktur bleibt entscheidend

Finanzielle Anreize allein dürften allerdings nicht ausreichen. Unternehmen brauchen auch eine zuverlässige Ladeinfrastruktur und passende Rahmenbedingungen, damit Elektrofahrzeuge im Alltag problemlos eingesetzt werden können.
Die ACEA betont deshalb, dass Kaufanreize besonders dann Wirkung entfalten, wenn die notwendigen Voraussetzungen bereits vorhanden sind.

Der Weg zur elektrischen Firmenflotte

Unternehmensflotten könnten eine wichtige Rolle bei der europäischen Verkehrswende spielen. Da sie einen großen Teil des Fahrzeugmarktes ausmachen, könnte eine stärkere Elektrifizierung erhebliche Auswirkungen auf die Nachfrage nach emissionsfreien Fahrzeugen haben.
Die zentrale Frage ist daher nicht nur, ob Unternehmen auf Elektrofahrzeuge umsteigen, sondern welche politischen Maßnahmen diesen Wechsel am effektivsten fördern. Nach Ansicht der ACE Akönnten gut abgestimmte Anreize dabei erfolgreicher sein als kurzfristig eingeführte verpflichtende Vorgaben.