Europas Industrie-Kurs
Lisa
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| 21-08-2026
Fahrzeugteam · Fahrzeugteam

Autoindustrie fordert Anpassungen

Die europäische Autoindustrie unterstützt grundsätzlich die Ziele des geplanten Industrial Accelerator Act (IAA).
Gleichzeitig fordert der europäische Automobilherstellerverband ACEA mehrere Änderungen, damit das Gesetz die Wettbewerbsfähigkeit der Branche stärkt und nicht zu zusätzlichen Belastungen führt.
ACEA veröffentlichte seine Position am 1. Juli 2026, während die Verhandlungen über das Gesetz in eine entscheidende Phase eintreten. Der Verband will damit erreichen, dass Europa seine industrielle Basis schützt und zugleich die Abhängigkeit von anderen Regionen bei sauberen Technologien verringert.
Europas Industrie-Kurs

Europa unter wachsendem Druck

Nach Einschätzung von ACEA steht die Autoindustrie derzeit vor mehreren Herausforderungen. Ein schrumpfender EU-Markt, zunehmender internationaler Wettbewerb, geopolitische Unsicherheit, steigende Produktionskosten und immer umfangreichere Regulierung setzen die Unternehmen unter Druck.
Gleichzeitig investieren die Hersteller Milliarden in die Elektrifizierung, um die ehrgeizigen Klimaziele für 2030 zu erreichen. ACEA warnt deshalb davor, dass Europa seine industrielle Basis verlieren könnte, wenn neue Vorgaben nicht sorgfältig auf die Realität der Branche abgestimmt werden.

„Made in EU“ soll sich lohnen

Ein zentraler Punkt der ACEA-Forderungen betrifft die geplanten Vorteile für Produkte aus europäischer Produktion. Nach Ansicht des Verbandes müssen diese Anreize groß genug sein, um die zusätzlichen Kosten einer Verlagerung oder Ausweitung der Produktion in Europa auszugleichen.
Europäische Fertigung soll nicht nur politisch gewünscht, sondern für Unternehmen auch wirtschaftlich attraktiv sein.

Engerer geografischer Rahmen

ACEA schlägt außerdem vor, den geografischen Geltungsbereich des Gesetzes grundsätzlich auf die EU27 und Großbritannien zu konzentrieren. Gleichzeitig sollen bestehende Investitionen europäischer Hersteller in ausgewählten Ländern wie der Türkei und Marokko gezielt geschützt werden.
Damit soll verhindert werden, dass bereits aufgebaute Produktionsstrukturen durch neue Vorgaben unnötig benachteiligt werden.

Neue Regeln für lokale Inhalte

Auch bei der Berechnung des sogenannten lokalen Inhalts sieht ACEA Änderungsbedarf. Die Regeln sollten nach Ansicht des Verbands einfacher und fairer gestaltet werden.
Dabei müsse stärker berücksichtigt werden, welchen wirtschaftlichen Wert die Fahrzeughersteller selbst bei der Produktion schaffen. Auch die Bedeutung der in Europa gefertigten Fahrzeuge für den Export soll einbezogen werden.

Realistische Ziele für Elektroauto-Batterien

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Batterien für Elektrofahrzeuge. ACEA fordert, die vorgesehenen Ziele an die tatsächliche Entwicklung der europäischen Batterieproduktion anzupassen.
Die Produktionskapazitäten müssen nach Ansicht des Verbands ausreichend schnell wachsen, damit die politischen Vorgaben realistisch umgesetzt werden können.

Unterschiedliche Fahrzeugtypen berücksichtigen

ACEA plädiert zudem dafür, die Anforderungen stärker an die jeweiligen Fahrzeugsegmente anzupassen. Pkw, Transporter, Lastwagen und Busse verfügen über unterschiedliche Wertschöpfungsketten und Kostenstrukturen und stehen vor unterschiedlichen Marktbedingungen.
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Ein einheitlicher Ansatz könnte diese Unterschiede laut Verband nicht ausreichend berücksichtigen.

Industriepolitik als Schlüssel

ACEA-Generaldirektorin Sigrid de Vries betont, dass gezielte Maßnahmen zur Stärkung der heimischen Produktion sinnvoll seien. Der Industrial Accelerator Act könne zu einem Motor für Europas industrielle Stärke werden, müsse dafür aber Teil einer umfassenderen Industriepolitik sein.
Die europäische Autoindustrie beschäftigt laut ACEA 13,6 Millionen Menschen und steht für mehr als 8 Prozent des EU-Bruttoinlandsprodukts. Zudem investiert die Branche jährlich 84,6 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung.
Damit steht bei den Verhandlungen über den Industrial Accelerator Act mehr auf dem Spiel als nur einzelne Vorgaben. Für Europas Autoindustrie geht es darum, Klimaziele, lokale Produktion und internationale Wettbewerbsfähigkeit miteinander zu verbinden.