Europas Sommer-Geheimtipps

· Reiseteam
Europas Sommer-Geheimtipps
Wer im Sommer durch Europa reisen möchte, muss sich nicht zwangsläufig in den bekanntesten Urlaubsorten zwischen Menschenmassen und überfüllten Restaurants wiederfinden.
Es gibt zahlreiche weniger bekannte Reiseziele, die Sonne, Kultur, Natur und gutes Essen bieten – oft mit deutlich mehr Ruhe.
Das Magazin Condé Nast Traveller hat für den Sommer 2026 mehrere Alternativen zu beliebten europäischen Reisezielen zusammengestellt. Darunter befinden sich Städte und Regionen, die bei internationalen Urlaubern bislang weniger Aufmerksamkeit bekommen.
Ourense statt Spaniens Klassiker
Im galicischen Ourense treffen Geschichte und Entspannung aufeinander. Die Stadt ist vor allem für ihre Thermalquellen bekannt, die bereits von den Römern genutzt wurden.
Heute können Besucher unter anderem die Thermalbäder Termas a Chavasqueira und Termas Outariz besuchen. Wer lieber aktiv unterwegs ist, kann zum Miradoiro de Montealegre wandern und den Blick über die Stadt genießen.
Auch kulinarisch hat Ourense einiges zu bieten. Tapas-Bars, Cafés und lokale Spezialitäten machen die Stadt zu einer interessanten Alternative zu den stark besuchten spanischen Urlaubszielen.
Tallinn statt Mittelmeer
Während viele Reisende im Sommer an die Mittelmeerküste ziehen, wird Estland häufig übersehen. Tallinn bietet jedoch eine gut erhaltene mittelalterliche Altstadt, die zum UNESCO-Welterbe gehört.
Vom Toompea-Hügel eröffnet sich ein weiter Blick auf gotische Kirchen, historische Burgmauern und die Dächer der Altstadt. Am Abend lohnt sich ein Spaziergang durch Kalamaja, wo traditionelle Holzhäuser im warmen Licht der tief stehenden Sonne leuchten.
Die langen hellen Sommerabende machen Tallinn besonders reizvoll.
Thunersee statt Genfersee
Wer die Schweiz im Sommer erleben möchte, muss nicht unbedingt zum Genfersee oder nach Luzern. Der Thunersee im Berner Oberland bietet eine ruhigere Alternative mit Bergen, Wasser und historischen Orten.
Die Region eignet sich für verschiedene Aktivitäten: segeln, Kajakfahren und Wakeboarden gehören ebenso dazu wie Wanderungen. Wer es entspannter angehen möchte, kann mit der Fähre am See entlangfahren und unterwegs Weingüter, Käseläden und Burgen entdecken.
Auch der benachbarte Brienzersee lässt sich gut mit einem Aufenthalt am Thunersee verbinden.
Braga statt Porto
Braga gilt als eine der am meisten unterschätzten Städte Portugals. Obwohl das nahe gelegene Porto deutlich bekannter ist, hat die historische Stadt ihren eigenen Charakter.
Enge Kopfsteinpflasterstraßen führen zu Restaurants mit traditioneller portugiesischer Küche. Geschichtsinteressierte können die Sé besuchen, deren Ursprünge bis ins Jahr 1070 zurückreichen.
Ein Ausflug zum Bom Jesus do Monte lohnt sich ebenfalls. Die berühmte Treppenanlage mit Kapellen und Brunnen gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region.
Bordeaux statt Paris
Bordeaux ist keineswegs unbekannt, wirkt im Vergleich zum sommerlichen Andrang in Paris jedoch wie eine entspanntere Alternative. Die Stadt verbindet Weinkultur mit historischen Sehenswürdigkeiten und der Nähe zur Atlantikküste.
Mehr als 350 historische Gebäude und Denkmäler prägen das Stadtbild. Viele Bereiche sind Fußgängern vorbehalten, sodass sich Bordeaux gut zu Fuß erkunden lässt.
Wer mehr Zeit hat, kann außerdem die Weingüter und Schlösser entlang der Gironde besuchen.
Rotterdam statt Amsterdam
Rotterdam hat sich von einer traditionellen Hafenstadt zu einem Zentrum für Design und Kultur entwickelt. Gleichzeitig setzt die Stadt zunehmend auf umweltfreundliche Stadtplanung.
Neue Grünflächen, nachhaltige Architektur und verkehrsberuhigte Bereiche prägen Teile des Stadtbilds. Rotterdam hat sich außerdem verpflichtet, seine CO₂- und Treibhausgasemissionen bis 2029 zu halbieren.
Für einen modernen Sommer-Citytrip bietet Rotterdam damit eine interessante Alternative zum bekannten Amsterdam.
Bergen statt Oslo
Norwegens Hauptstadt Oslo bekommt international viel Aufmerksamkeit, doch Bergen bietet vor allem Naturliebhabern einen besonderen Reiz. Die bunten Holzhäuser am Wasser sind ein bekanntes Wahrzeichen der Stadt.
Jenseits der historischen Häuser beginnt eine beeindruckende Landschaft aus Bergen, Fjorden und Wanderwegen. Selbst im Sommer können in der Umgebung schneebedeckte Gipfel zu sehen sein.
Bergen verbindet damit urbanes Flair mit unmittelbarer Nähe zur Natur.
Mostar statt Kroatiens Küste
Die kroatische Adriaküste ist im Sommer besonders beliebt und entsprechend stark besucht. Wer etwas weiter ins Landesinnere reist, findet mit Mostar eine spannende Alternative in Bosnien und Herzegowina.
Die Stadt begeistert mit historischen Gassen, steilen Berghängen und alten Steinbrücken. In der Umgebung warten außerdem Weinberge, Wasserfälle und Möglichkeiten für Wanderungen.
Mostar bietet damit Kultur und Natur abseits der überfüllten Küstenregionen.
Ljubljana als entspannte Alternative
Zwischen Italien und Österreich liegt Ljubljana, die Hauptstadt Sloweniens. Die kompakte Stadt lässt sich gut zu Fuß erkunden und verbindet deutsche, mediterrane und slowenische Einflüsse.
Architektur, Street-Art und eine abwechslungsreiche Küche prägen das Stadtbild. Dazu kommen viele Grünflächen und ein weitgehend autofreies Zentrum.
Ljubljana eignet sich deshalb sowohl für Kulturinteressierte als auch für Genießer, die ihren Sommerurlaub etwas ruhiger verbringen möchten.
Sommerurlaub abseits der Massen
Die beliebtesten Reiseziele Europas haben ihren Reiz – doch gerade in der Hochsaison können überfüllte Straßen und ausgebuchte Restaurants die Urlaubserfahrung verändern. Die vorgestellten Alternativen zeigen, dass es auch abseits der großen Namen viel zu entdecken gibt.
Ob Thermalbäder in Ourense, Fjorde bei Bergen, mittelalterliche Gassen in Tallinn oder mediterranes Flair in Ljubljana: wer bekannte Ziele links liegen lässt, kann Europas Sommer von einer überraschend neuen Seite erleben.