Europas stille Oasen
Luisa
Luisa
| 19-08-2026
Reiseteam · Reiseteam

Europas stille Reiseziele

Nicht jede Auszeit muss voller Termine, Sehenswürdigkeiten und langer To-do-Listen stecken.
Eine sogenannte „Stillcation“ setzt bewusst auf das Gegenteil:
weniger planen, langsamer reisen und der Natur mehr Raum geben. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, welche europäischen Regionen sich dafür besonders gut eignen.
Für das Ranking wurden knapp 100 europäische Reiseziele anhand von sechs Faktoren bewertet. Dazu gehörten unter anderem Wanderwege pro Quadratkilometer, Luftqualität, Vogelvielfalt und -gesang, Bedingungen zur Sternenbeobachtung, Bevölkerungsdichte und Waldfläche.

Warum Ruhe dem Kopf guttut

Eine Stillcation soll nicht einfach nur weniger Programm bieten. Dahinter steckt die Idee, dem Gehirn bewusst eine Pause von ständiger Reizüberflutung zu ermöglichen.
Laut der Psychotherapeutin Eloise Skinner können natürliche Landschaften dabei helfen, vom Stressmodus in einen ruhigeren Zustand zu wechseln. Weniger Ablenkungen geben dem Menschen außerdem mehr Gelegenheit, die Aufmerksamkeit nach innen zu richten und zur Ruhe zu kommen.
Europas stille Oasen

Wester Ross führt das Ranking an

Den ersten Platz belegt Wester Ross in Schottland mit 44,74 von 100 Punkten. Die abgelegene Region im Nordwesten der schottischen Highlands beeindruckt mit Bergen, tiefen Meeresbuchten und einer weitgehend unberührten Küste.
Mit nur rund 1,6 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Wester Ross besonders dünn besiedelt. Auch die geringe Lichtverschmutzung schafft gute Voraussetzungen für einen ruhigen Aufenthalt und die Beobachtung des Nachthimmels.
Die Region bietet zudem eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. An Loch Maree lassen sich beispielsweise Fischotter und Schwarzkehltaucher beobachten. Gleichzeitig gehören gälische Musik und traditionelle Tätigkeiten wie das schottische „Crofting“ zum kulturellen Erbe der Gegend.

Die französischen Pyrenäen

Auf Platz zwei folgen die französischen Pyrenäen mit 41,20 Punkten. Die mehr als 430 Kilometer lange Gebirgskette zwischen Frankreich und Spanien bietet eine große Vielfalt an Landschaften und Wanderwegen.
Zu den genannten Routen gehört der 8,7 Kilometer lange Weg über die Andreyt-Grate am Col d'Aubisque. Von dort eröffnen sich weitreichende Ausblicke über die grünen Hügel.
Auch die Tierwelt spielt eine wichtige Rolle: in den französischen Pyrenäen wurden mehr als 319 Vogelarten erfasst. Der natürliche Klangraum zählt laut der Untersuchung ebenfalls zu den besonderen Stärken der Region.

scotland

Abisko: Ruhe am Polarkreis

Den dritten Platz erreicht Abisko in Schweden mit 40,86 Punkten. Das kleine Dorf liegt nördlich des Polarkreises und ist vor allem für die Nordlichter bekannt, die dort von September bis April zu sehen sein können.
Abisko schnitt in der Untersuchung besonders bei den Wanderwegen gut ab. Ein umfangreiches Netz markierter Routen ermöglicht es Besuchern, die Landschaft zu erkunden, ohne jede Tour aufwendig planen zu müssen.

Weitere stille Reiseziele

Neben den drei Spitzenreitern schafften es auch zahlreiche weitere Naturregionen in die Top 15. Dazu gehören das Engadin in der Schweiz, die Dolomiten in Italien, Picos de Europa in Spanien und die Äußeren Hebriden in Schottland.
Auch Korsika, Gotland, Kitzbühel, Kranjska Gora, St. Anton, Skåne, Bled und Neustift im Stubaital gehören zur Liste.

Die Top 15 im Überblick

1. Wester Ross, Schottland – 44,74 Punkte;
2. Französische Pyrenäen, Frankreich – 41,20 Punkte;
3. Abisko, Schweden – 40,86 Punkte;
4. Engadin, Schweiz – 39,44 Punkte;
5. Dolomiten, Italien – 39,20 Punkte;
6. Picos de Europa, Spanien – 39,05 Punkte;
7. Äußere Hebriden, Schottland – 38,96 Punkte;
8. Korsika, Frankreich – 38,18 Punkte;
9. Gotland, Schweden – 37,95 Punkte;
10. Kitzbühel, Österreich – 36,86 Punkte;
11. Kranjska Gora, Slowenien – 36,38 Punkte;
12. St. Anton, Österreich – 36,32 Punkte;
13. Skåne, Schweden – 35,05 Punkte;
14. Bled, Slowenien – 33,80 Punkte;
15. Neustift im Stubaital, Österreich – 33,65 Punkte.
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Reisen, ohne ständig etwas zu tun

Eine Stillcation stellt eine einfache Frage: muss ein Urlaub wirklich vollgepackt sein, damit er sich lohnt? Die Ergebnisse der Untersuchung sprechen für Reiseziele, in denen Natur, Ruhe und langsame Aktivitäten im Mittelpunkt stehen.
Manchmal besteht die wertvollste Auszeit nicht darin, mehr zu erleben, sondern weniger zu müssen. Wer genau das sucht, findet in Europas abgelegenen Bergen, Wäldern und Küstenregionen zahlreiche Möglichkeiten.