Gemeinsam loslaufen
Hannah
Hannah
| 19-08-2026
Unterhaltungsteam · Unterhaltungsteam

Ein Koop-Spiel der besonderen Art

Manchmal braucht ein gutes Multiplayer-Spiel weder Kämpfe noch spektakuläre Explosionen.
Big Walk, das neue Koop-Abenteuer von House House, setzt stattdessen auf gemeinsames Erkunden, Rätseln und jede Menge spontanen Unsinn. Das Studio hinter Untitled Goose Game schickt Spieler auf eine weitläufige Insel, auf der Zusammenarbeit wichtiger ist als Geschwindigkeit oder Punkte.
Bis zu zwölf Personen können gleichzeitig unterwegs sein. Dabei entstehen viele der besten Momente nicht durch ein vorgegebenes Drehbuch, sondern durch das, was Spieler gemeinsam ausprobieren, entdecken und versehentlich anrichten.

Eine Welt zum Erkunden

Die Landschaft von Big Walk wirkt zunächst erstaunlich ruhig. Wälder, Flüsse, Felsen und weite offene Flächen laden dazu ein, einfach loszulaufen und zu sehen, was hinter dem nächsten Hügel wartet.
Die Welt selbst ist dabei ein wichtiger Teil des Spiels. Statt ständig neue Belohnungen oder Gegner vor die Spieler zu stellen, lässt House House viel Raum für Erkundung und spontane Begegnungen.
Die Umgebung ist von der australischen Natur inspiriert. Die Entwickler orientierten sich unter anderem am Wilsons Promontory National Park im Südosten des australischen Bundesstaates Victoria.

Zusammenarbeit ist der Schlüssel

Die zahlreichen Rätsel lassen sich nicht einfach im Alleingang lösen. Spieler müssen Informationen austauschen, Gegenstände gemeinsam einsetzen und manchmal ganz neue Methoden entwickeln, um ein Hindernis zu überwinden.
Einige Aufgaben verlangen beispielsweise, dass mehrere Spieler gleichzeitig Schalter betätigen. Andere setzen voraus, dass ein Spieler ein Symbol oder eine bestimmte Reihenfolge beschreibt, die seine Mitspieler anschließend nachbilden müssen.
Kommunikation wird dadurch selbst zu einem Teil des Rätsels.
Besonders interessant ist der Proximity-Voice-Chat: wer sich von der Gruppe entfernt, hört die anderen zunehmend schlechter. Dadurch müssen Spieler lernen, sich auch über Gesten und andere Signale zu verständigen.

Aus Gesten wird eine eigene Sprache

Zu Beginn wirken die Bewegungen der Spielfiguren noch simpel. Doch im Laufe des Abenteuers entwickeln Gruppen häufig ihre eigene Art der Kommunikation.
Ein bestimmtes Zeichen kann plötzlich bedeuten, dass ein Gegenstand benötigt wird. Eine Bewegung kann für eine Richtung stehen, während ein anderes Signal eine bestimmte Lösung andeutet.
Diese ungeplante gemeinsame Sprache gehört zu den cleversten Ideen des Spiels. Sie entsteht nicht durch ein kompliziertes Menü, sondern ganz natürlich aus der Zusammenarbeit.

Rätsel mit wachsender Komplexität

Die Aufgaben reichen von einfachen Herausforderungen bis zu deutlich anspruchsvolleren Konstruktionen. Einige Grundideen tauchen wieder auf, werden jedoch verändert oder miteinander kombiniert.
Dadurch bleibt das Rätseldesign abwechslungsreich, obwohl sich bestimmte Mechaniken wiederholen. Das eigentliche Ziel besteht darin, ungewöhnliche rote Gegenstände – sogenannte Nubbins – zu sammeln und damit neue Bereiche und Möglichkeiten freizuschalten.

Der Spaß entsteht oft nebenbei

Nicht jede Minute von Big Walk dreht sich um ein Rätsel. Die Spieler können auch einfach herumwandern, miteinander reden, die Umgebung beobachten oder sich gegenseitig Streiche spielen.
Gerade diese Freiheit sorgt für viele unerwartete Situationen.
Ein Spieler verliert nachts seine Ausrüstung, jemand entdeckt einen neuen Weg oder die gesamte Gruppe bleibt plötzlich an einer scheinbar simplen Aufgabe hängen.
Viele der lustigsten Momente sind deshalb nicht geplant. Sie entstehen aus Missverständnissen, Fehlern und spontanen Ideen der Spieler.

Nicht alles funktioniert perfekt

Das gemächliche Tempo ist gleichzeitig eine der größten Stärken und Schwächen des Spiels. Die langen Wege passen zwar zum Konzept, können sich aber gelegentlich ziehen.
Auch die begrenzte Kommunikationsreichweite und bestimmte Fortbewegungsabschnitte können frustrierend werden. Wer weit von seinen Freunden entfernt landet, muss mitunter erst wieder zur Gruppe zurückfinden.
Dennoch tragen diese Einschränkungen dazu bei, dass Spieler tatsächlich aufeinander angewiesen sind. Das Spiel verlangt Geduld und Zusammenarbeit, statt jede Schwierigkeit durch Komfortfunktionen zu beseitigen.

Ein Koop-Erlebnis für Freunde

Big Walk ist kein klassisches Actionspiel und will es auch nicht sein. Seine größte Stärke liegt darin, Menschen zusammenzubringen und ihnen eine Welt zu geben, in der sie gemeinsam etwas entdecken können.
Das Ergebnis ist ein ungewöhnliches Koop-Erlebnis, das Rätsel, Erkundung und Humor miteinander verbindet. Wer mit Freunden spielen möchte und dabei nicht ständig von Belohnungen oder Zeitlimits angetrieben werden will, findet hier einen erfrischend anderen Ansatz.
Big Walk ist für PC, PlayStation 5 und Nintendo Switch 2 erhältlich. Der Preis liegt bei 20 US-Dollar beziehungsweise 15,99 Pfund.