Vögel richtig füttern

· Tier-Team
So helfen Sie Gartenvögeln richtig
Wer Gartenvögel füttert, möchte ihnen etwas Gutes tun.
Doch die falsche Fütterung kann Krankheiten begünstigen. Die Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) hat deshalb ihre Empfehlungen angepasst.
Die wichtigste Regel lautet: saisonal und hygienisch füttern.
Im Sommer weniger füttern
Zwischen 1. Mai und 31. Oktober empfiehlt die RSPB, auf Saaten und Erdnüsse zu verzichten. Stattdessen können kleine Mengen Mehlwürmer, Fettfutter oder Talg angeboten werden.
Der Grund: in den warmen Monaten finden Vögel normalerweise reichlich natürliche Nahrung wie Samen und Insekten. Gleichzeitig ist das Risiko für die Ausbreitung bestimmter Krankheiten höher. Proteinreiche Nahrung wie Mehlwürmer kann zudem das Überleben von Jungvögeln unterstützen.
Vom 1. November bis 30. April können dagegen wieder verschiedene Futtersorten, darunter Saaten und Erdnüsse, angeboten werden.
Warum die Hygiene so wichtig ist
Eine der größten Gefahren ist die Trichomonose, eine ansteckende Krankheit, die sich besonders dort verbreiten kann, wo viele Vögel an gemeinsamen Futterstellen zusammenkommen.
Bei Grünfinken ist die Entwicklung besonders besorgniserregend: ihre Zahl ist in den vergangenen drei Jahrzehnten um mehr als 65 Prozent zurückgegangen. Auch bei Buchfinken und möglicherweise Gimpeln werden deutliche Rückgänge beobachtet.
Futterstellen regelmäßig reinigen
Futterspender sollten mindestens einmal pro Woche gründlich gereinigt werden. Die RSPB empfiehlt heißes Seifenwasser und ein ungiftiges Desinfektionsmittel beziehungsweise eine milde fünfprozentige Bleichlösung.
Auch alte Futterreste und Vogelkot unter dem Futterspender sollten entfernt werden.
Außerdem ist es sinnvoll, den Standort des Futterspenders jede Woche zu wechseln, damit sich keine möglicherweise verunreinigten Rückstände ansammeln.
Flache Futterstellen wie klassische Vogeltische, Fensterfutterstellen und Futterspender mit Schalen sollten möglichst nicht verwendet werden. Untersuchungen zeigen, dass sich Krankheiten dort leichter verbreiten können.
Weniger Futter kann mehr sein
Futter sollte nur in Mengen angeboten werden, die von den Vögeln tatsächlich gefressen werden. Samen und Erdnüsse sollten innerhalb von ein bis zwei Tagen verschwunden sein. Mehlwürmer sollten noch am selben Tag gefressen oder bis zum Abend entfernt werden.
Feuchtigkeit sollte ebenfalls vermieden werden. Nasses Futter kann die Bedingungen für Krankheitserreger verbessern. Deshalb sind Futterspender sinnvoll, die Regen möglichst fernhalten.
Wasser täglich wechseln
Auch Wasserstellen können zur Krankheitsübertragung beitragen. Wer ein Vogelbad anbietet, sollte das Wasser deshalb jeden Tag wechseln und frisches Leitungswasser verwenden.
Nach Angaben der RSPB kann ein Teich eine bessere Wasserquelle für Vögel und andere Wildtiere sein, da dort offenbar ein geringeres Risiko für die Übertragung der Trichomonose besteht.
Natürliche Nahrung im Garten schaffen
Langfristig müssen Vögel nicht ausschließlich auf Futterstellen angewiesen sein. Eine vogelgerechte Bepflanzung kann ihnen natürliche Nahrung bieten.
Sonnenblumen, Disteln und Efeu gehören zu den Pflanzen, die Vögel mit Nahrung versorgen können. Ein naturnaher Garten schafft damit nicht nur zusätzliche Futterquellen, sondern unterstützt die Tiere auch unabhängig von künstlichen Futterstellen.
Füttern mit Bedacht
Die RSPB rät ausdrücklich nicht dazu, Gartenvögel grundsätzlich nicht mehr zu füttern. Gerade im Winter kann zusätzliches Futter hilfreich sein, wenn natürliche Nahrungsquellen knapp werden. Auch März und April können für einige samenfressende Vögel eine schwierige Zeit sein.
Entscheidend ist vielmehr, was wann und unter welchen hygienischen Bedingungen angeboten wird.Wer die Fütterung an die Jahreszeit anpasst, Futterstellen sauber hält und seinen Garten naturnah gestaltet, kann dazu beitragen, Gartenvögel zu unterstützen und gleichzeitig das Krankheitsrisiko zu verringern.