Erfolg für Kornweihen

· Tier-Team
2026 war erneut eine erfolgreiche Brutsaison für Kornweihen im Forest of Bowland.
Kornweihen gehören zu den faszinierendsten, zugleich aber auch zu den am stärksten bedrohten Vogelarten, die in unseren Hochlandgebieten brüten.
Der Forest of Bowland ist dank gemeinsamer Naturschutzmaßnahmen seit Langem das wichtigste Brutgebiet der Kornweihe in England.
Im Mittelpunkt dieser Bemühungen steht das Bowland Estate von United Utilities, wo die RSPB gemeinsam mit United Utilities und deren Pächtern daran arbeitet, diese charakteristischen Vögel zu überwachen und zu schützen.
In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Bestände der Kornweihe in Bowland kontinuierlich erholt, nachdem die Art 2016 und 2017 dort vollständig als Brutvogel verschwunden war.
In den vergangenen sechs Jahren hat sich die Population bei durchschnittlich 13 brütenden Weibchen stabilisiert und schwankte jährlich zwischen 10 und 16 Tieren. 84 % der Brutplätze befanden sich auf dem United-Utilities-Anwesen.
Damit liegt der Bestand in etwa auf dem Niveau der 2000er-Jahre, bevor die Population zusammen mit dem landesweiten Rückgang der Art in England drastisch einbrach.
Stetige Erholung in Bowland
2026 war erneut eine erfolgreiche Brutsaison für Kornweihen in Bowland. Die Zahl der Brutpaare lag zwar unter dem Rekordwert von 2025, doch der Bruterfolg war höher – vermutlich aufgrund des größeren Nahrungsangebots.
Mitarbeiter und Freiwillige der RSPB überwachten neun Kornweihen-Nester auf dem United-Utilities-Anwesen. Acht davon waren erfolgreich, und insgesamt flogen 30 Jungvögel aus. Ein Nest blieb erfolglos, weil das Weibchen von seinem polygamen Männchen nicht ausreichend mit Nahrung versorgt wurde und selbst auf Nahrungssuche gehen musste. Dadurch blieb das Gelege unbeaufsichtigt.
Später wurde eine Heringsmöwe am Nest beobachtet. Es ist jedoch unklar, ob sie die Eier fraß, nachdem das Weibchen das Nest aufgegeben hatte, oder ob sie dessen Abwesenheit ausnutzte und das Gelege bereits vorher geplündert hatte.
Zwei weitere Nester wurden von Natural England auf privaten Grundstücken erfasst. Beide waren erfolgreich, und aus ihnen flogen weitere sechs Jungvögel aus. Insgesamt wurden damit 11 Nester in den Bowland Fells registriert.
Die Erholung zeigt den Erfolg der Zusammenarbeit
Ein trauriger Wermutstropfen in einer ansonsten erfolgreichen Brutsaison: unser ältestes und produktivstes Brutweibchen kehrte in diesem Jahr nicht auf das United-Utilities-Anwesen zurück und ist höchstwahrscheinlich über den Winter verendet.
Das Weibchen war 2017 auf Langholm Moor flügge geworden und erhielt wegen seines aggressiven Verhaltens den passenden Spitznamen „Scottish Fury“. 2018 brütete es erstmals auf dem Anwesen. In den darauffolgenden acht Brutsaisons zog es außergewöhnliche 35 Jungvögel groß.
Damit leistete es einen bemerkenswerten Beitrag zur Brutpopulation und hinterließ ein bleibendes Vermächtnis – einige seiner Nachkommen brüten inzwischen ebenfalls in Bowland.
Die anhaltende Erholung der Kornweihen in Bowland zeigt, wie erfolgreich die Zusammenarbeit verschiedener Partner sein kann und wie wichtig das Engagement von Landbesitzern und Pächtern ist. Trotz dieses lokalen Erfolgs steht die Erholung der Art in ganz England weiterhin vor erheblichen Herausforderungen.
Dazu gehören illegale Verfolgung, Veränderungen der Landnutzung und der Verlust geeigneter Lebensräume.