Falsche Bundesbank

· Wissenschaftsteam
Betrüger nutzen derzeit den Namen der Deutschen Bundesbank, um Verbraucherinnen und Verbraucher mit vermeintlichen Kreditangeboten und gefälschten Finanzinformationen zu täuschen.
Besonders im Fokus steht aktuell der sogenannte „Bürger Finanz Service“, der über Telegram Kredite anbietet und dabei den Eindruck erweckt, mit der Bundesbank verbunden zu sein.
Die Bundesbank warnt eindringlich vor diesen Angeboten und weiteren gefälschten Meldungen im Internet und in sozialen Medien.
Warnung vor dem „Bürger Finanz Service“
Gefälschte Kreditangebote auf Telegram sorgen für Aufmerksamkeit
Nach Angaben der Deutschen Bundesbank werden derzeit Kreditangebote des „Bürger Finanz Service“ verbreitet, die angeblich unter Beteiligung der Bundesbank vermittelt werden. Die Behörde geht davon aus, dass die versprochenen Kredite nicht ausgezahlt werden.
Die unbekannten Betreiber sollen sich gegenüber Interessierten unter anderem mit einer angeblich von der Bundesbank ausgestellten „Kreditlizenz“ legitimieren. Zusätzlich wird offenbar ein Foto eines vermutlich missbräuchlich verwendeten Personalausweises eingesetzt.
Besonders problematisch: Angeblich müsse vor einer Kreditgenehmigung zunächst eine Kreditversicherung bezahlt werden. Für die Überweisung werden Kontodaten über bestimmte Webseiten verbreitet.
Bundesbank weist Verbindung zurück
Die Deutsche Bundesbank hat mit diesen Angeboten nichts zu tun
Auf den genannten Webseiten wird laut Bundesbank der falsche Eindruck vermittelt, die entsprechenden Bankverbindungen seien durch ein lizenziertes Zahlungsinstitut geprüft worden, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und der Bundesbank betrieben werde und unter der Aufsicht der BaFin stehe.
Das entspricht nicht der Wahrheit. Weder das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie noch die Deutsche Bundesbank oder die BaFin stehen in irgendeinem Zusammenhang mit den Webseiten oder den Angeboten des „Bürger Finanz Service“.
Gefälschte Videos und Anlagetipps
Die Betrugsversuche beschränken sich jedoch nicht auf Kreditangebote. Auch gefälschte Nachrichten, Bilder und Videos sind im Umlauf.
In einem aktuellen Fall werden beispielsweise Meldungen verbreitet, wonach die Bundesbank prominente Personen wegen angeblicher Werbung für eine Finanzplattform verklage. Diese Behauptungen sind frei erfunden.
Auch vermeintliche Anlagetipps von Vorstandsmitgliedern der Bundesbank tauchen in gefälschten Werbeanzeigen auf. Dabei werden unter anderem Bilder und Videos von Bundesbankpräsident Joachim Nagel verwendet. Die Bundesbank weist darauf hin, dass solche Aufnahmen mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und damit sogenannte Deepfakes sein können.
Hinter solchen Kampagnen steckt häufig das Ziel, Verbraucher auf unseriöse Investmentplattformen, etwa für Kryptowährungen, zu locken.
Woran Verbraucher Betrug erkennen können
Hohe Gewinne gegen eine Einzahlung sind ein wichtiges Warnsignal
Die Bundesbank empfiehlt, bei verdächtigen Angeboten besonders genau hinzusehen. Unter anderem sollten die verwendete Internetadresse und die Angaben in einer Meldung überprüft werden.
Die Datenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht kann dabei helfen festzustellen, ob ein Anbieter in Deutschland zugelassen ist.
Wichtig ist außerdem: Die Bundesbank verklagt keine Personen wegen angeblicher Krypto-Investmenttipps und ihr Präsident sowie die Mitglieder des Vorstands geben keine persönlichen Anlageempfehlungen.
Vorsicht bei Anrufen und E-Mails
Auch über Telefon, E-Mail oder Brief versuchen Betrüger, sich als Beschäftigte der Bundesbank auszugeben. Dabei können sie nach Konto-, Karten- oder Zugangsdaten fragen oder Betroffene dazu auffordern, eine TAN freizugeben.
Die Deutsche Bundesbank fordert niemals per E-Mail zur Übermittlung von Kontodaten oder zu Zahlungen auf. Auch ihre Mitarbeiter rufen nicht an, um Zugangsdaten abzufragen. Telefonisch fordert die Bundesbank ebenfalls nicht zu Freigaben, Stornierungen oder Zahlungen auf.
Selbst eine scheinbar bekannte Telefonnummer oder E-Mail-Adresse ist keine Garantie für die Echtheit eines Kontakts. Solche Angaben können manipuliert werden.
Verdächtige Nachrichten sofort löschen
Wer eine verdächtige Nachricht erhält, sollte sich nicht unter Druck setzen lassen und angeforderte Freigaben sorgfältig überprüfen. Die Bundesbank empfiehlt, entsprechende E-Mails umgehend zu löschen und keine Anhänge zu öffnen.
Auch bei betrügerischen E-Mails im Zusammenhang mit Rechnungen ist Vorsicht geboten. In solchen Nachrichten werden Empfänger beispielsweise aufgefordert, angeblich offene Rechnungen an den Absender zu übermitteln.
Häufig lässt sich bereits an der Absenderadresse erkennen, dass die Nachricht nicht von einer offiziellen Bundesbank-Domain stammt.
Links und Anhänge sollten niemals geöffnet werden. Ebenso sollte man nicht auf solche Nachrichten antworten oder Informationen an den Absender weitergeben.
Falls eine Rückfrage erforderlich ist, empfiehlt die Bundesbank, bekannte Ansprechpartner ausschließlich über bereits bekannte Kontaktdaten zu kontaktieren – nicht über Angaben aus der verdächtigen Nachricht. Alternativ kann die Bundesbank unter info@bundesbank.de kontaktiert werden.
Fazit
Die aktuellen Fälle zeigen, wie professionell Betrugsversuche inzwischen wirken können. Gefälschte Dokumente, Webseiten, Fotos und sogar KI-generierte Videos sollen Vertrauen schaffen und Verbraucher zu Zahlungen oder zur Herausgabe sensibler Daten bewegen.
Wer unerwartete Kreditangebote, angebliche Anlageempfehlungen oder Zahlungsaufforderungen im Namen der Bundesbank erhält, sollte deshalb besonders kritisch bleiben und die Informationen über offizielle Stellen überprüfen.