Paprika-Pasta
Anna
Anna
| 20-08-2026
Essens-Team · Essens-Team
Das Schälen der Paprika kann lästig sein, aber das Ergebnis ist dieses samtige, farbenfrohe und aromatische Pastagericht.
Es gibt keinen Zweifel: rote, gelbe oder orange Paprika zu rösten, bis sie schwarz werden, und anschließend zu häuten, ist eine ziemlich schmutzige Angelegenheit.
Direkt aus dem Ofen (sofern sie beim Backen nicht geplatzt sind) erinnern die gerösteten, schwarz verkohlten Paprikaschoten an kleine Ballons; der heiße Saft, der sich im Inneren gesammelt hat, quillt heraus, sobald man die zusammengefallene Paprika vom Backblech in eine Schüssel bugsiert.
Nachdem sie unter einem Teller gedämpft haben und etwas abgekühlt sind, lassen sie sich vielleicht leichter anfassen. Doch die dünnen Schuppen der verkohlten Haut sind nach wie vor lästig abzuziehen. Und ganz egal, wie sehr man versucht, sie direkt in den Mülleimer zu schnippen – sie kleben an Unterarmen und Stirn, ebenso wie die glitschigen weißen Kerne.
Selbst sechs Stunden nachdem ich Paprika geschält habe, entdecke ich nicht selten noch einen Kern an der Rückseite meines Oberarms.
Eine klebrige und nervige Angelegenheit, aber die Mühe lohnt sich: ein Streifen geschälter Paprika, befreit von seiner hauchdünnen Haut, ist etwas Wunderbares – fleischig, samtig in der Konsistenz und mit einem tiefen, süßen, rauchigen Geschmack.
Paprika-Pasta
Eine Freundin hat mir beigebracht, Paprika auf dem Herd zu rösten. Ihre griechische Mutter legte die Schoten direkt auf den Gasbrenner über die offene Flamme und drehte sie regelmäßig. Manchmal ist es gar nicht so einfach, sie dort auszubalancieren, und oft wackeln sie herunter.
Wer regelmäßig grillt, kann natürlich auch den Grill verwenden – ebenso den Backofen oder, offenbar, sogar die Heißluftfritteuse.
Egal, welche Methode du wählst: das Fruchtfleisch sollte fast vollständig oder zumindest großflächig schwarz und rissig wie Baumrinde sein.
Beim ersten Mal sieht das vielleicht etwas erschreckend aus, aber keine Sorge: je stärker die Paprika verkohlt ist, desto röter ist das Fruchtfleisch darunter.
Dicke Streifen aus dreifarbiger Paprika, mit Olivenöl, Rotweinessig und etwas von dem Saft angemacht, der aus dem Inneren herausgequollen und hoffentlich in einer Schüssel aufgefangen worden ist, schmecken schon für sich köstlich. Als Beilage kann man sie mit Sardellenfilets und schwarzen Oliven oder zerbröseltem Feta garnieren.
Sie eignen sich außerdem hervorragend als Belag für geröstete Brotscheiben mit Ziegenkäse oder zerdrückten Bohnen. Oder man kombiniert sie mit Pasta – eine Idee, die von Ottavio Cavalcantis La Cucina Calabrese und Elizabeth David stammt. Ich püriere gern ein Drittel der Paprika zu einer Creme und zerreiße den Rest in kurze, schmale Streifen, die sich gut mit der Pasta vermischen und daran haften (die meisten Pastasorten eignen sich).
Danach hast du zwei Möglichkeiten: sardellenfilets oder zerbröselten Ziegenkäse – beides ohne Kleckerei und ohne lästiges Gefummel.
Pasta mit Paprika und Sardellen oder Ziegenkäse Für 4 Personen
- 4 rote Paprikaschoten, oder eine Mischung aus roten und gelben;
- Olivenöl;
- 2 Knoblauchzehen, geschält; 1 ganz lassen, 1 fein hacken;
- 1 kleine frische oder getrocknete rote Chilischote;
- 300 g Tomaten, geschält (drei Minuten in kochendes Wasser tauchen, dann in kaltes Wasser geben) oder aus der Dose;
- 4–6 Sardellenfilets (optional);
- 450–500 g Pasta (Fusilli, Penne, Radiatori, Mezze Maniche);
- Basilikum;
- 1 Rolle Ziegenkäse (optional).
Die Paprika auf ein Backblech legen und im Ofen bei 200 °C (Umluft 180 °C)/390 °F/Gas Stufe 6 30–40 Minuten rösten. Dabei ein- bis zweimal wenden, bis sie rundum verkohlt sind und beginnen zusammenzufallen.
Die Paprika vorsichtig in eine Schüssel geben und 20 Minuten mit einem Teller abdecken, damit sie dämpfen und weit genug abkühlen, um sie anfassen zu können.
Über der Schüssel arbeiten, um den austretenden Saft aufzufangen: die verkohlte Haut von den Paprika abreiben und sie in dicke Streifen zupfen. Dabei Kerne und Häutchen entfernen. Die sauberen Streifen auf einen Teller legen.
Ein Drittel der Paprikastreifen in einen Food-Processor geben und glatt pürieren. Mit etwas Salz würzen. Die übrigen Paprika in kleine Streifen zupfen, die sich gut mit der Pasta vermischen lassen.
In einer großen Pfanne fünf Esslöffel Olivenöl mit der ganzen Knoblauchzehe und der Chilischote erhitzen. Sobald der Knoblauch duftet, die Tomaten hinzufügen und etwa 12–15 Minuten kochen lassen.
Paprika-Pasta
Dabei mit der Rückseite eines Löffels auf die Tomaten drücken, damit sie zu einer Sauce zerfallen. Die Sardellen hinzufügen, falls du sie verwendest, und unterrühren, bis sie sich in der Sauce auflösen.
Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen, salzen und die Pasta nach Packungsanweisung garen. Die Paprikastreifen zusammen mit dem gehackten Knoblauch zu den Tomaten geben und umrühren. Anschließend das Paprikapüree unterrühren.
Sobald die Pasta al dente ist, direkt aus dem Kochwasser in die Sauce geben und kräftig durchmischen. Eine Handvoll Basilikum und, falls verwendet, den zerbröselten Ziegenkäse dazugeben und alles gut vermengen.