Weniger TÜV in Flandern
Andre
Andre
| 14-08-2026
Fahrzeugteam · Fahrzeugteam
Die flämische Regierung hat eine Reform vorgeschlagen, die ab dem 1. September 2026 für mehrere Fahrzeugkategorien die Häufigkeit verpflichtender technischer Prüfungen reduzieren soll.
Derzeit liegt der Entwurf dem belgischen Staatsrat zur Stellungnahme vor. Die Reform würde dazu führen, dass Pkw, die älter als zehn Jahre sind oder mehr als 160.000 Kilometer gefahren wurden, statt jährlich nur noch alle zwei Jahre geprüft werden.
Auch für mehrere andere Fahrzeugkategorien wie Lieferwagen, Taxis, Krankenwagen, Busse und landwirtschaftliche Fahrzeuge soll die Prüfungsfrequenz sinken. Außerdem soll die Frist für die Reparatur von Fahrzeugen, die wegen schwerwiegender Mängel durch die Prüfung fallen, von 15 Tagen auf zwei Monate verlängert werden.
Da die Fahrzeugprüfung in Belgien in die Zuständigkeit der Regionen fällt, würde die Reform ausschließlich für Flandern gelten. Wallonien und Brüssel haben bislang keine vergleichbaren Maßnahmen angekündigt.
Der Europäische Verkehrssicherheitsrat (ETSC) kritisiert den Vorschlag. „Flandern hat in den vergangenen Jahren hart daran gearbeitet, seine Verkehrssicherheit zu verbessern, und diese Arbeit hat echte Ergebnisse gebracht.
Weniger TÜV in Flandern
Diese Reform droht, einen Teil dieser Fortschritte zunichtezumachen, indem Flandern in die Minderheit der EU-Staaten und -Regionen gerät, die keine jährlichen technischen Prüfungen für ältere Fahrzeuge vorschreiben.
Flandern sollte seine Position bei der Verkehrssicherheit halten und weiter stärken, statt sie zu schwächen“, sagte Ellen Townsend, Policy Director beim ETSC.
Weniger TÜV in Flandern
Der ETSC hat in der parallel laufenden Debatte auf EU-Ebene über die Überarbeitung des EU-Regelwerks zur technischen Fahrzeugüberwachung argumentiert, dass die Einführung jährlicher technischer Prüfungen für Pkw, die älter als zehn Jahre sind, in den elf EU-Mitgliedstaaten, die dies derzeit nicht vorschreiben, jedes Jahr rund 74 Todesfälle und 850 schwere Verletzungen verhindern könnte.
Zudem habe die Folgenabschätzung der Europäischen Kommission gezeigt, dass eine umfassende Überarbeitung des Regelwerks bis 2050 rund 7.000 Verkehrstote und 65.000 schwere Verletzungen verhindern könnte. Die flämische Reform geht in die entgegengesetzte Richtung.