Nachdenken vor dem Füttern

· Tier-Team
Hallo liebe Leser! Einem Streuner Futter zuzuwerfen, mag im ersten Moment wie die netteste Geste erscheinen, so wie jemandem im Regen einen Regenschirm zu reichen. Doch gerade bei Streunern, insbesondere Katzen und Kätzchen, können gute Absichten schnell in einem unschönen Durcheinander enden, wenn das Füttern unüberlegt und ohne Plan erfolgt. Die ASPCA erklärt,
dass man streunende Kätzchen oder Freigängerkatzen nicht automatisch füttern und mitnehmen sollte, wenn man sie findet. Sehr junge Kätzchen sind oft am sichersten in der Nähe ihrer Mutter, selbst wenn man sie nicht sofort sieht. Sie zu schnell aufzunehmen oder zu füttern, ohne die Situation zu verstehen, kann die bereits vorhandene Versorgung unterbrechen. Eine Katzenmutter ist möglicherweise auf Futtersuche und kehrt später zurück. Ein zu frühes Eingreifen kann also eine Familie trennen, die bisher allein zurechtkam.
Füttern kann das Verhalten von Tieren verändern
Regelmäßiges Füttern kann Tiere dazu animieren, immer wieder an denselben Ort zurückzukehren. Das mag zunächst hilfreich erscheinen, kann aber auch dazu führen, dass sich mehr Streuner in einem Gebiet versammeln und aus einem kleinen Problem ein großes Ärgernis für die ganze Nachbarschaft wird. Wenn Futter ohne einen umfassenden Pflegeplan angeboten wird, kann dies die Abhängigkeit von Menschen verstärken, ohne etwas für die Gesundheit, Sicherheit oder Fortpflanzung zu tun. Es ist ein bisschen so, als würde man einen Eimer unter ein undichtes Dach stellen und denken, das ganze Haus sei repariert.
Es kann größere Bedürfnisse verbergen
Ein hungriges Streunertier braucht möglicherweise mehr als nur eine Mahlzeit. Das Tier könnte verletzt, krank, sehr jung oder in der Nähe säugende Junge haben. Die ASPCA rät dazu, genau zu beobachten, bevor man eingreift. Kätzchen zum Beispiel benötigen je nach Alter unterschiedliche Pflege. Neugeborene und sehr junge Kätzchen haben viel spezifischere Bedürfnisse in Bezug auf Fütterung und Temperatur, als ihnen einfach wahllos Futter anzubieten. Wenn sie gesund sind und die Mutter anwesend ist, ist es möglicherweise die bessere Wahl, sie dort zu lassen, wo sie sind, und sie zu beobachten.
Nicht jedes Futter ist sicher oder nützlich
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Bei der Fütterung von Streunern wird oft einfach das angeboten, was gerade da ist. Das kann jedoch kontraproduktiv oder sogar riskant sein. Junge Kätzchen können nicht dasselbe fressen wie ältere Katzen, und Streuner brauchen generell artgerechtes Futter und sauberes Wasser, keine hastig aufgesammelten Essensreste. Die ASPCA betont, dass Alter und Zustand entscheidend sind, bevor man über die Art der benötigten Hilfe entscheidet. Ein winziges Kätzchen mit geschlossenen Augen hat ganz andere Bedürfnisse als ein älteres, aktives und mobiles Kätzchen.
Füttern ohne Plan löst das Problem nicht.
Ein großes Problem der wahllosen Fütterung ist, dass Tiere dadurch in einem Kreislauf des Überlebens im Freien gefangen bleiben, ohne Zugang zu wirklicher Hilfe zu erhalten. Wenn man regelmäßig Streuner füttert, aber nie lokale Tierschutzorganisationen, Tierheime oder Organisationen, die sich für das Einfangen, Kastrieren und Freilassen von Streunern einsetzen, kontaktiert, kann die Anzahl der Tiere immer weiter steigen. Die anfängliche Geste der Freundlichkeit wirkt dann wie ein Laufband: viel Bewegung, wenig Fortschritt. Wirkliche Hilfe bedeutet in der Regel eine Bedarfsanalyse, bei Bedarf einen sicheren Unterschlupf und die Populationskontrolle durch lokale Tierschutzorganisationen.
Beobachtung ist der erste Schritt
Die ASPCA empfiehlt, Tiere aus der Ferne zu beobachten, bevor man handelt, insbesondere bei Kätzchen. Wenn die Kätzchen sauber, ruhig und wohlgenährt wirken, kümmert sich wahrscheinlich ihre Mutter um sie. Wenn sie schmutzig erscheinen, ständig schreien, abgemagert sind oder sich in unmittelbarer Gefahr befinden, ist möglicherweise ein Eingreifen nötig. Diese Art der aufmerksamen Beobachtung ist sinnvoller, als sofort mit Futter herbeizueilen, denn sie hilft Ihnen zu entscheiden, ob Sie die Kätzchen in Ruhe lassen, nach der Mutter Ausschau halten oder professionelle Hilfe hinzuziehen.
Kurz gesagt: Streunende Tiere einfach so zu füttern, mag zwar mitfühlend erscheinen, ist aber nicht immer der sicherste oder klügste erste Schritt. Ein wenig Geduld, Beobachtung und die Zusammenarbeit mit lokalen Tierschutzorganisationen können viel mehr bewirken als eine schnell hingeworfene Mahlzeit. Wenn Sie einem streunenden Tier begegnen, halten Sie inne, schätzen Sie die Situation ein und denken Sie über den nächsten Snack hinaus. Wahre Tierliebe bedeutet nicht nur, einen Napf zu füllen. Es bedeutet, sicherzustellen, dass das Tier den richtigen Weg in Sicherheit findet.