Nachtliche Düfte
Holger
Holger
| 13-07-2026
Naturteam · Naturteam
Bei Tageslicht sieht Cestrum nocturnum nicht besonders beeindruckend aus.
Es handelt sich um einen buschigen immergrünen Strauch mit überhängenden Stielen, glänzend dunkelgrünen Blättern und kleinen Gruppen von schmalen röhrenförmigen Blüten in cremeweiß bis blassgrün.
Nichts an ihm wirkt "bemerkenswert". Dann jedoch geht die Sonne unter.

Was es anders macht

Die Blüten von Cestrum nocturnum öffnen sich nach Einbruch der Dunkelheit und verbreiten einen süßen, moschusartigen Duft, der in warmer, windstiller Luft erstaunlich weit reist. Der Duft wird oft als einer der betörendsten von allen Gartenpflanzen beschrieben — angenehm aus der Ferne, manchmal überwältigend aus der Nähe.
Bis zum Morgen schließen sich die Blüten wieder, und die Pflanze kehrt zu ihrem unscheinbaren Aussehen am Tag zurück. Dieser nächtliche Rhythmus ist der ganze Sinn.
Der lateinische Name sagt es klar: nocturnum bedeutet "nachts". Trotz des gebräuchlichen Namens "Nachtjasmin" ist die Pflanze überhaupt kein echter Jasmin. Sie gehört zur Familie der Nachtschattengewächse — derselben Familie wie Tomaten und Paprika — anstatt dem Genus Jasminum.
Die Namensähnlichkeit kommt vom Duft, der süß und blumig ist und an echten Jasmin erinnert, aber die Pflanzen sind nicht verwandt.
Nachtliche Düfte

Woher sie stammt und wo sie wächst

Cestrum nocturnum ist in Südmexiko, Zentralamerika und der Westindischen Region beheimatet. Sie wird weltweit in tropischen und subtropischen Regionen kultiviert, fast ausschließlich wegen ihres Dufts geschätzt.
In warmen Klimazonen (USDA-Zonen 8 bis 11) wächst sie als mehrjähriger Strauch und erreicht eine Höhe von 2,4 bis 3 Meter. In kälteren Regionen kann sie in Containern angebaut und im Winter nach drinnen gebracht werden.
Die Pflanze blüht wiederholt in der warmen Jahreszeit, vom Frühling bis zum Herbst in günstigen Klimazonen, und produziert mehrere Blühzyklen.
Nach dem Verblühen bildet sie kleine Beeren, die dunkelviolett reifen und Vögel anlocken, die helfen, die Samen zu verbreiten — daher ist sie weit verbreitet und wird in einigen warmen Regionen einschließlich Teilen von Neuseeland und Australien als invasiv eingestuft.

Der duft und seine wirkung

Der Duft wirkt durch die Anziehung von Motten — wie viele nachtblühenden Blumen hat sich Cestrum nocturnum entwickelt, um nachtaktive Bestäuber anzulocken. Das Aroma wird in Südasien weit verbreitet für Parfümerie, spirituelle Zeremonien und traditionelle Medizin verwendet.
Jedoch kann dieser starke Duft bei manchen Menschen echte Unannehmlichkeiten verursachen. Personen mit Atemwegsempfindlichkeiten oder Asthma haben Kopfschmerzen, Reizungen im Hals, Übelkeit und Atembeschwerden gemeldet, wenn sie dem konzentrierten nächtlichen Duft ausgesetzt sind.
Es wird im Allgemeinen nicht empfohlen, die Pflanze in der Nähe eines Schlafzimmerfensters zu platzieren. Der beste Standort ist in der Nähe eines Balkons, einer Auffahrt oder eines Außensitzbereichs, wo der Duft in angenehmer Entfernung genossen werden kann.
Nachtliche Düfte

Anbau

Cestrum nocturnum wächst in voller Sonne bis Halbschatten in fruchtbarem, feuchtem, gut durchlässigem Boden. Sie etabliert sich schnell und ist ein schneller Wachstumspflanze, daher hält das Beschneiden nach der Blütezeit sie davon ab, zu ausladend zu werden.
Sie eignet sich gut als Sichtschutzhecke aufgrund ihres hohen, dichten Wuchsverhaltens. Alle Teile der Pflanze gelten als giftig — der Verzehr kann gastrointestinale Symptome verursachen, und die Beeren sollten von Kindern und Haustieren ferngehalten werden.