Bez pūļiem fotogrāfijās

· Reiseteam
Scrollt man durch einen beliebigen Reise-Feed, sieht man sie überall: Jemand steht allein vor den Blauen Kuppeln in Santorin oder mitten in einer Kopfsteinpflasterstraße in Mykonos, ohne einen einzigen Touristen in Sicht.
Und dann kommt man selbst an genau diesen Orten an und erlebt das totale Chaos: Schulter an Schulter mit anderen Besuchern, die alle mit Handys und Selfie-Sticks am selben Fleck posieren. Der Unterschied zwischen den Fotos, die man online sieht, und der Realität einer überfüllten Touristenattraktion erscheint enorm. Doch die meisten dieser ruhigen, menschenleeren Aufnahmen sind kein Zauber und schon gar nicht immer mit Photoshop bearbeitet. Sie entstehen durch eine Kombination aus Timing, Geduld und einigen praktischen Strategien. Der wichtigste Tipp ist gleichzeitig der unglamouröseste: Geduld ist das A und O. Fotografieren an stark frequentierten Touristenattraktionen bedeutet nicht, von einem Winkel zum nächsten zu hetzen.
Es geht darum, den Menschenstrom zu beobachten und auf den richtigen Moment zu warten. Im Casa Batlló in Barcelona schien das perfekte Foto durch die großen Fenster im morgendlichen Gedränge unmöglich. Der Trick: Kurz vor Verlassen des Gebäudes ging ich noch einmal dorthin und wartete fünf Minuten. Da tat sich die Gelegenheit. Drei Sekunden freie Sicht. Das Foto war im Kasten. So läuft es meistens.
Timing: Sonnenaufgang ist für die besten Fotos unverzichtbar
In den meisten bekannten Touristenstädten ist der frühe Morgen die einzige verlässliche Zeit für Fotos ohne Menschenmassen. Nicht einfach nur früh. Sondern früh am Morgen, idealerweise bei Sonnenaufgang, oder mindestens 30 Minuten vor Öffnung der Sehenswürdigkeit.
In Paris und Rom ist die Ankunft vor 7 Uhr die einzige Möglichkeit, die wichtigsten Wahrzeichen ohne Dutzende von Fremden im Hintergrund zu fotografieren. Der Sonnenaufgang bringt zudem ein außergewöhnliches Licht mit sich: warm, gerichtet, manchmal mit einem Hauch von Nebel. Auf Mykonos sind die engen Gassen nur zum Sonnenaufgang frei von Marktständen und dem üblichen Tagestrubel.
Bei Indoor-Attraktionen bedeutet es, als erster Besucher den Raum für sich zu haben, manchmal ganze 15 bis 20 Minuten, bevor die nächste Welle kommt.
Umgekehrt funktioniert es aber auch. Bei Führungen, beispielsweise durch den Palau de la Música Catalana in Barcelona, fotografieren die meisten Besucher, während der Guide spricht. Wenn man als Letzter in der Gruppe einen Raum fotografiert, nachdem alle anderen bereits im nächsten Raum sind, hat man oft ein kurzes, ungestörtes Zeitfenster. Nutzen Sie in solchen Momenten den Serienbildmodus, da sich das Zeitfenster innerhalb von Sekunden schließen kann.
Ändern Sie Ihren Winkel und Ihre Bildkomposition
Die meisten Touristen steuern direkt den ausgewiesenen Fotospot an, meist den Aussichtspunkt, die Position direkt vor der Sehenswürdigkeit oder den Punkt, an dem jedes Foto von diesem Ort aufgenommen wurde. Dann machen sie dasselbe Foto, das Millionen von Menschen bereits gepostet haben, und gehen wieder. Schon eine Bewegung von zwanzig Metern zur Seite, Aufnahmen aus einer niedrigeren Position, die Suche nach einem erhöhten Aussichtspunkt oder die Einbindung des Motivs durch einen Torbogen oder ein Fenster ergeben etwas anderes und oft Interessanteres. Die Ansichten von hinten oder neben einem berühmten Wahrzeichen können genauso beeindruckend sein wie die Frontalansicht und zeigen fast immer weniger Menschen. Die Vermeidung der Hochsaison, von Sonntagen und nationalen Feiertagen macht selbst innerhalb derselben Stadt einen deutlichen Unterschied. Santorini in Oia war an einem Donnerstag Anfang Juni gut zu Fuß zu erkunden und zu fotografieren. Am Sonntag kamen die Kreuzfahrtschiffe an, und die engen Gassen waren kaum noch begehbar.
Wenn nichts mehr hilft: Bearbeiten
Manchmal gibt es einfach keine ruhigen Momente. Der Trevi-Brunnen ist selbst um 8 Uhr morgens noch gut besucht. Manche Orte leeren sich nie. In solchen Situationen ist Nachbearbeitung die ehrlichste Lösung. Man macht zwanzig bis dreißig Mal dasselbe Foto, während sich Leute im Bild bewegen, und entfernt dann mit einer App wie Touch Retouch oder durch Überlagerung der Bilder in Photoshop die bewegten Elemente. Das Ergebnis ist sauber und wirkt natürlich. Die App ist so einfach, dass grundlegende Bildbearbeitungskenntnisse ausreichen.
Die Kombination aus frühem Aufstehen, geduldigem Warten, kreativen Perspektiven und gelegentlicher Bildbearbeitung deckt fast jede Situation ab. Reisefotografie an berühmten Orten besteht zum Teil aus dem perfekten Foto und zum Teil aus der Bereitschaft, fünf Minuten lang still in einer Ecke zu stehen, während alle anderen vorbeieilen. Welches Foto wollten Sie schon immer mal ohne fünfzig Fremde im Hintergrund machen?