Versicherungs-Irrtümer

· Wissenschaftsteam
Hey Lykkers! Die Wohngebäudeversicherung ist eines dieser Themen, bei denen viele von uns glauben, den Durchblick zu haben – bis tatsächlich etwas passiert. Und seien wir ehrlich: genau dann beginnt die Verwirrung.
Viele Hausbesitzer glauben an verbreitete Mythen rund um ihre Versicherung – und diese Missverständnisse können teuer werden.
Schauen wir uns die größten Irrtümer an, klären die Fakten und sorgen dafür, dass sowohl dein Zuhause als auch deine Finanzen gut geschützt sind.
Mythos 1: „Meine Versicherung deckt alles ab“
Es liegt nahe zu denken, dass die Police alles abdeckt, was deinem Haus passieren könnte. Brand? Diebstahl? Oft ja. Aber bei „alles“ beginnt das Problem. Standard-Policen decken in der Regel plötzliche und unvorhersehbare Schäden ab – etwa einen Rohrbruch oder einen Hausbrand.
Allmähliche Schäden oder vermeidbare Probleme sind jedoch meist ausgeschlossen.
Was du tun solltest: prüfe deine Deckungsübersicht (Leistungszusammenfassung) und frage deinen Versicherungsberater gezielt nach Ausschlüssen – insbesondere bei Wasserschäden, Abnutzung und wartungsbedingten Schäden.
Mythos 2: „Überschwemmungen und Erdbeben sind mitversichert“
Viele gehen davon aus, dass sie mit einer Wohngebäudeversicherung gegen alle Naturkatastrophen abgesichert sind. Das stimmt meist nicht. Überschwemmungen und Erdbeben sind häufig nicht Bestandteil der Standard-Police und erfordern zusätzlichen Schutz.
Auch fernab von Küsten können Überschwemmungen durch Starkregen, verstopfte Abflüsse oder überlaufende Gewässer entstehen. Wenn ein relevantes Risiko besteht, solltest du deine Optionen prüfen – am besten vor Beginn der Unwettersaison.
Mythos 3: „Mein gesamter Hausrat ist versichert“
Die Hausratdeckung ist in der Regel enthalten – jedoch nicht unbegrenzt. Wertvolle Gegenstände wie Schmuck, Sammlerstücke oder Kunstwerke unterliegen oft besonderen Entschädigungsgrenzen, sofern sie nicht zusätzlich versichert („gesondert vereinbart“) werden.
Was du tun solltest: erstelle eine Inventarliste deines Haushalts, notiere besonders wertvolle Gegenstände und prüfe, ob deren Wert die Standardgrenzen überschreitet.
Mythos 4: „Ältere Häuser sind günstiger zu versichern“
Man könnte meinen, ein älteres Haus sei günstiger zu versichern, weil sein Marktwert niedriger ist. Doch Versicherungen orientieren sich meist an den Wiederherstellungskosten – also daran, was ein Neubau kosten würde – nicht am Verkaufspreis.
Ältere Gebäude verfügen zudem häufig über veraltete Elektrik, Rohrleitungen oder Dächer. Das erhöht Reparaturaufwand und Schadensrisiko – und kann sich in höheren Prämien niederschlagen.
Mythos 5: „Jeder Schaden hat keine Auswirkungen auf die Prämie“
Nicht jede Schadensmeldung wirkt sich gleich aus. Ein einzelner Schaden bleibt oft ohne große Folgen. Mehrere oder besonders hohe Schäden können jedoch zu steigenden Beiträgen oder sogar zur Kündigung durch den Versicherer führen.
Deshalb empfehlen viele Fachleute, kleinere Schäden selbst zu tragen und die Versicherung nur bei wirklich erheblichen finanziellen Belastungen in Anspruch zu nehmen.
Experteneinschätzung
Bonnie Lee, eine Expertin für Schadenmanagement im Immobilienbereich, betont, dass viele Hausbesitzer überrascht sind, wie begrenzt ihr Versicherungsschutz tatsächlich ist: standard-Policen greifen meist bei plötzlichen, unvorhersehbaren Ereignissen – nicht bei laufenden Wartungsproblemen, Schädlingsbefall oder Schäden im Zusammenhang mit einem Homeoffice-Gewerbe.
Sie empfiehlt, die Vertragsdetails und Deckungssummen regelmäßig zu prüfen, um sicherzustellen, dass der Versicherungsschutz wirklich zum eigenen Bedarf passt.
Ein weiterer oft unterschätzter Punkt: selbstbehalt und Entschädigungsart spielen eine entscheidende Rolle. Ein höherer Selbstbehalt senkt zwar die Prämie, erhöht aber den Betrag, den du im Schadensfall selbst tragen musst.
Zudem kann die Erstattung für Hausrat entweder auf Basis des Neuwerts oder unter Berücksichtigung der Wertminderung erfolgen – je nach gewählter Option.
Fazit
Die Wohngebäudeversicherung ist keine Einheitslösung. Wer an Mythen glaubt, riskiert eine Unterversicherung – oder im schlimmsten Fall erhebliche finanzielle Einbußen.
Der Schlüssel ist einfach: wissen, was deine Police abdeckt, klären, was ausgeschlossen ist, und dort nachbessern, wo tatsächlich Risiken bestehen.
Dein Zuhause ist vermutlich eine deiner größten Investitionen. Schütze es mit Klarheit – nicht mit Annahmen.