Büros unter Druck
Lea
Lea
| 05-02-2026
Wissenschaftsteam · Wissenschaftsteam
Büros unter Druck
Hey Lykkers! Lasst uns über einen Finanzsturm sprechen, der die Skylines von Städten wie New York und wichtigen globalen Geschäftsvierteln verändert. Ihr habt wahrscheinlich schon Schlagzeilen über „leerstehende Büros“ und „Banken in Schwierigkeiten“ gesehen, aber was passiert wirklich im Bereich Gewerbeimmobilien (CRE) und warum sollte euch das interessieren?
Ob Sie nun Investor, Unternehmer oder einfach nur neugierig sind – schnappen Sie sich einen Kaffee. Wir analysieren den „perfekten Sturm“, der die Bürolandschaft derzeit trifft, und seine Auswirkungen auf die Zukunft.

Die zweigleisige Krise: Ein historischer Zusammenstoß

Jahrzehntelang galten Bürogebäude als nahezu unfehlbare Investitionen – materielle Vermögenswerte mit zuverlässigen Firmenmietern. Heute steht dieses Modell unter beispiellosem Druck von zwei Seiten:
1. Der Nachfrageschock: Die Revolution der Fernarbeit
Die Pandemie hat das Homeoffice nicht nur ausgeweitet, sondern Flexibilität auch als Standard etabliert. Viele Arbeitgeber benötigen nun weniger Bürofläche, und viele Arbeitnehmer bevorzugen hybride Arbeitszeitmodelle. Infolgedessen ist der Leerstand von Büroflächen in den USA weiterhin hoch; gängige Marktforschungsinstitute beziffern ihn auf über 15 Prozent.
Dies ist keine vorübergehende Schwankung. Unternehmen betrachten das Büro zunehmend als Werkzeug – nützlich für Zusammenarbeit und Teambildung, aber nicht immer erforderlich für die täglichen Aufgaben.
2. Der Finanzierungsschock: Die Zinsfalle
Gleichzeitig haben sich die finanziellen Rahmenbedingungen verändert. Viele Gewerbeimmobilien sind mit Krediten finanziert, die alle paar Jahre neu verzinst werden. Schulden, die in Zeiten niedriger Zinsen aufgenommen wurden, laufen nun in einem völlig anderen Umfeld aus, in dem eine Refinanzierung deutlich teurer sein kann. Mit zunehmendem Refinanzierungsdruck können die Immobilienwerte sinken, da sie an die Einkommen gekoppelt sind. Geringere Auslastung kann den Cashflow reduzieren, während höhere Kreditkosten die Ausgaben erhöhen – ein schmerzhaftes Defizit entsteht, das Eigentümer schnell überbrücken müssen.
James Egan, ein Bankanalyst, schreibt: „Refinanzierungsrisiken stehen im Vordergrund.“

Der Dominoeffekt: Von leeren Böden zu Bankguthaben

Es geht hier nicht nur um Vermieter. Die Notlage hat weitreichende Folgen:
Stadthaushalte: Sinkende Immobilienwerte bedeuten geringere Steuereinnahmen für Städte und beeinträchtigen öffentliche Dienstleistungen.
Regionalbanken: Diese Institute halten etwa 80 % der gewerblichen Immobilienkredite. Die US-Notenbank (Federal Reserve) hat ausdrücklich vor erheblichen Risiken in diesem Bereich gewarnt. Verluste bei diesen Krediten können die Kreditvergabe für alle einschränken.
Der „Abwärtsstrudel“: Leerstehende Büros reduzieren die Kundenfrequenz, was den umliegenden Restaurants und Einzelhändlern schadet und die Attraktivität von Wohngebieten mindert, wodurch die Immobilienwerte weiter sinken.

Gibt es auch eine positive Seite? Der Aufstieg des „Büros 3.0“

Es zeichnet sich eine deutliche Kluft ab. Die größten Probleme konzentrieren sich oft auf ältere, minderwertige Gebäude mit veralteten Grundrissen und wenigen modernen Ausstattungsmerkmalen. In vielen Märkten drohen diese Immobilien funktional zu veralten.
Gleichzeitig können sich die attraktivsten Gebäude aber weiterhin durchsetzen. Selbst wenn Mieter weniger Fläche belegen, legen sie möglicherweise Wert auf Qualität – besseres Design, mehr Komfort und bessere Erreichbarkeit. Die Folge ist eine geringere Nachfrage nach „durchschnittlichen“ Flächen und ein verstärkter Wettbewerb um die attraktivsten Arbeitsplätze.

Was das für Sie bedeutet, liebe Lykkers

Sie müssen keinen Wolkenkratzer besitzen, um diesen Wandel zu spüren.
Für Investoren: Die Zeiten einfacher Gewinne mit Standardbüroflächen sind vorbei. Zukünftige Chancen liegen in Nischen: Umwandlung alter Büros in Wohnungen („Büro-zu-Wohnen“), Labore für Biowissenschaften oder Investitionen in die erfolgreichsten Unternehmen.
Für Berufstätige: Ihr Arbeitsplatz wird sich weiterentwickeln. Rechnen Sie mit mehr Kollaborationszentren und weniger festen Schreibtischen.
Für alle: Behalten Sie die Lage regionaler Banken im Auge. Ihre Stabilität ist entscheidend für eine breitere Kreditvergabe. Behalten Sie auch den Haushalt Ihrer Stadt im Blick – er könnte sich auf lokale Steuern und Dienstleistungen auswirken.
Büros unter Druck
Der Büromarkt befindet sich im Umbruch. Es ist eine schwierige Anpassung, aber sie könnte auch den Weg für intelligentere und effizientere Nutzungen des urbanen Raums ebnen. Behaltet die Hochhäuser in der Innenstadt im Auge, Lykkers – ihre wechselnden Lichter erzählen noch immer Geschichten über Arbeit, Geld und die Zukunft.