Herzstark Essen

· Essens-Team
Du hast wahrscheinlich schon von der mediterranen Ernährung als gesundem Lebensstil gehört – doch oft wird übersehen,
warum sie so gut für die Herzgesundheit funktioniert und welche Lebensmittel tatsächlich den größten Unterschied machen. Es geht nicht darum, zu essen, als wärst du im Urlaub in Griechenland.
Es geht darum zu verstehen, wie Lebensmittelstruktur, Fette, Ballaststoffe und Entzündungen zusammenhängen.
Schauen wir uns das genauer an.
Wenn du dein Herz schützen möchtest, ist nicht jedes mediterran inspirierte Lebensmittel gleich wirksam.
Tatsächlich zeigte eine Studie im New England Journal of Medicine (2013), dass bereits das Hinzufügen weniger entscheidender Lebensmittel zu einer mediterran ausgerichteten Ernährung das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse bei Hochrisikopersonen um 30 % senkte.
Dieser Artikel konzentriert sich auf jene Lebensmittel, die die mediterrane Ernährung besonders kraftvoll für die Herzgesundheit machen – beginnend mit dem, das mehr bewirkt, als viele glauben.
1. Extra natives, unraffiniertes Olivenöl: Der anti-inflammatorische Grundpfeiler
Vergiss ausgefallene Öle oder hoch erhitzbare Fette. Extra natives, unraffiniertes Olivenöl (EVOO) ist das Fundament der mediterranen Ernährung – und das aus gutem Grund.
Es ist nicht nur ein „besseres Öl“, sondern ein biologisch aktives Lebensmittel, reich an Antioxidantien wie Oleocanthal, das ähnliche entzündungshemmende Effekte hat wie Ibuprofen.
Warum ist es gut für dein Herz?
Reich an einfach ungesättigten Fettsäuren – sie senken LDL (schlechtes Cholesterin), ohne HDL (gutes Cholesterin) zu verringern.
Hoher Polyphenolgehalt – schützt die Blutgefäße vor oxidativem Stress.
Blutgerinnungshemmende Wirkung – reduziert das Risiko von Herzinfarkten.
Eine aktuelle Metaanalyse randomisierter Studien zeigt, dass der regelmäßige Konsum von Olivenöl – vor allem im Rahmen einer mediterranen Ernährung – mit deutlichen Senkungen entzündlicher Biomarker wie C-reaktivem Protein (CRP) und hochsensitivem CRP (hs-CRP) verbunden ist,
beides etablierte Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Tipp: Verwende EVOO roh in Dressings oder träufle es über geröstetes Gemüse.
Hitze kann Polyphenole beschädigen – daher besser für kalte oder mittelwarme Anwendungen nutzen.
2. Blattgemüse und farbenfrohes Gemüse: Ballaststoffe treffen Folat
Während viele zuerst an Olivenöl oder Fisch denken, spielen Gemüse im Mittelmeerraum eine zentrale Rolle. Doch es geht nicht nur um Menge – sondern um Vielfalt und Farbe.
Die besten Optionen für die Herzgesundheit:
Spinat und Rucola – reich an Nitraten, die einen gesunden Blutdruck unterstützen.
Tomaten – enthalten Lycopin, das mit geringerem Arteriensteifigkeitsrisiko verbunden ist.
Rote Paprika und Karotten – voller Vitamin C und Beta-Carotin für gesunde Gefäße.
Auberginen – bieten Nasunin, ein Antioxidans, das Blutgefäße schützt.
Die Ballaststoffe in diesen Gemüsen helfen außerdem, Cholesterin- und Blutzuckerwerte zu regulieren – und senken so langfristig das Herzrisiko.
Praktisch umsetzen:
Ziel: 2–3 verschiedene Farben pro Mahlzeit. Rösten, Grillen oder Marinieren in Olivenöl macht Gemüse aromatischer und verbessert die Aufnahme von Antioxidantien.
3. Fettfisch: Omega-3 mit nachgewiesener Wirkung
Fisch ist ein Kernbestandteil der mediterranen Ernährung – aber nicht jeder Fisch. Fettfische wie Lachs, Sardinen und Makrele sind besonders hilfreich aufgrund ihres hohen Omega-3-Gehalts.
Vorteile von Omega-3 für das Herz:
Senkt Triglyzeride – ein wichtiger Risikomarker.
Verbessert die Endothelfunktion – ermöglicht einen gleichmäßigeren Blutfluss.
Reduziert Entzündungen – ein zentraler Faktor bei Arteriosklerose.
Die American Heart Association empfiehlt, mindestens zweimal pro Woche Fettfisch zu essen. Grillen oder Backen sind ideal – Frittieren zerstört die gesunden Öle.
4. Nüsse und Samen: Klein, aber extrem wirkungsvoll für den Cholesterinspiegel
Dagfinn Aune vom Imperial College London berichtet, dass etwa eine Handvoll Nüsse pro Tag – rund 20 g – das Risiko für koronare Herzerkrankungen um nahezu 30 % senken kann.
Besonders herzfreundlich:
Mandeln und Walnüsse – reich an Alpha-Linolensäure (pflanzliches Omega-3).
Kürbis- und Sonnenblumenkerne – liefern Magnesium, das den Herzrhythmus reguliert.
Sesam – enthält Lignane, Antioxidantien, die Cholesterin ausgleichen.
Nüsse liefern außerdem Ballaststoffe, Proteine und pflanzliche Öle, die sättigen und den Blutzucker stabil halten – alles essenziell, um das Herz zu entlasten.
Serviertipp:
Ein Esslöffel Samen im Salat oder gehackte Nüsse über Joghurt sorgen für einen knusprigen, nährstoffreichen Boost.
5. Vollkorn: Die richtigen Kohlenhydrate zählen
Die mediterrane Ernährung streicht Kohlenhydrate nicht – sie setzt auf langsam verdauliche, ballaststoffreiche Sorten, die Energie stabil halten und das Herz schützen.
Top-Auswahl:
Farro und Bulgur – ursprüngliche, weniger verarbeitete Körner mit viel Ballaststoff.
Hafer – enthält Beta-Glucane, die LDL-Cholesterin senken.
Vollkorn-Sauerteigbrot – leichter verdaulich und blutzuckerfreundlicher.
Diese Körner fördern außerdem ein gesundes Darmmikrobiom, was mit verbesserten Herz-Kreislauf-Werten wie niedrigerem Blutdruck und besseren Cholesterinprofilen verknüpft ist.
Was macht die mediterrane Ernährung also mehr als nur einen „gesunden Ernährungstrend“?
Es ist die Synergie dieser Lebensmittel – nicht ein einzelnes Superfood.
EVOO, Fettfisch, ballaststoffreiches Gemüse, Vollkorn und Samen – jedes trägt auf eigene Weise dazu bei, Entzündungen zu senken, Gefäße zu schützen und den Cholesterinhaushalt zu verbessern.
Du musst nicht an die Mittelmeerküste ziehen oder deine Küche komplett umstellen.
Fang klein an. Vielleicht ein wenig Olivenöl über dem Salat, statt Weißbrot eine Vollkornvariante, oder einmal pro Woche gegrillter Lachs.
Welche dieser kleinen Änderungen wäre für dich am leichtesten umzusetzen? Dein Herz braucht keine perfekte Ernährung – nur eine beständige, aufgebaut auf den richtigen Zutaten. Lass dein Essen deine Grundlage sein.